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Was ist ein Prostatakarzinom?

Prostata

Das Prostatakarzinom ist der häufigste maligne Tumor des Mannes, mit einer steigenden Inzidenz mit zunehmendem Alter.1 Im frühen Stadium des Prostatakarzinoms treten meist noch keine Symptome auf, sodass es häufig nur im Rahmen der Vorsorge bei Krebsfrüherkennungsuntersuchungen entdeckt wird.1 Die genauen Ursachen für die Entstehung des Prostatakarzinoms sind noch weitgehend unbekannt, allerdings wurden verschiedene Faktoren identifiziert, die das Risiko für eine Erkrankung erhöhen können.1

Bei einem Prostatakarzinom handelt es sich meist um ein Adenokarzinom. Der Tumor ist in etwa 85% der Fälle in der Außenzone der Prostata lokalisiert. In nur 15% der Fälle entsteht ein Prostatakarzinom in der Transitionalzone, sehr selten sind Tumoren in der Innenzone.1

Zahlen zum Prostatakarzinom in Deutschland

PCa Zahlen in Deutschland



Das Prostatakarzinom ist mit 24,6 % aller Neuerkrankungen an Krebs die häufigste Tumorerkrankung des Mannes und die zweithäufigste Krebstodesursache bei Männern nach dem Lungenkarzinom.1,2 2018 erkrankten in Deutschland 65.200 Männer an einem Prostatakarzinom, was einer Erkrankungsrate von 99,1 Betroffenen pro 100.000 Einwohnern entspricht. Im gleichen Jahr starben 14.963 Männer an den Folgen ihrer Erkrankung.2 Die altersstandardisierte Erkrankungsrate ist nach einem Anstieg Anfang der 2000er Jahre seit 2011 leicht rückläufig und verläuft in den letzten Jahren eher konstant.2

PCa in Zahlen

Das mittlere Erkrankungsalter liegt beim Prostatakarzinom bei 71 Jahren.2 Die Inzidenz nimmt mit dem Alter zu.1 Vor dem 50. Lebensjahr tritt es nur selten auf: Das Risiko für einen 35-jährigen Mann, in den nächsten 10 Jahren an einem Prostatakarzinom zu erkranken, liegt unter 0,1%. Bei einem 75-jährigen Mann liegt dieses Risiko dagegen bei etwa 6%.2

Insgesamt tragen ca. 40% der männlichen Bevölkerung das Risiko, im Laufe ihres Lebens ein Prostatakarzinom zu entwickeln, aber nur etwa 10% werden symptomatisch.3

Ursache und Risikofaktoren für das Prostatakarzinom

PCa Risikofaktoren




Die genauen Ursachen für ein Prostatakarzinom sind weitgehend unbekannt. Aber es existieren mehrere wichtige Risikofaktoren für die Entstehung der Erkrankung. Hauptrisikofaktor ist das Alter.2

PCa Risikofaktoren

Außerdem scheint der Wohnort eine Rolle bei der Krankheitsentstehung zu spielen. Betrachtet man die Inzidenzen weltweit, zeigt sich sowohl ein West-Ost- als auch ein Nord-Süd-Gefälle. Während das Prostatakarzinom in Nordeuropa und den USA häufig auftritt, kommt es in asiatischen und südeuropäischen Ländern seltener vor. Als Ursache hierfür werden unterschiedliche Ernährungsgewohnheiten sowie sozioökonomische Faktoren vermutet. Ein weiterer wichtiger Risikofaktor ist eine familiäre Prädisposition. Ist ein Verwandter an einem Prostatakarzinom erkrankt, ist das Risiko für eine Erkrankung doppelt so hoch. Bei zwei betroffenen Verwandten erhöht es sich sogar um das bis zu 10-Fache.1

Neben den Hauptrisikofaktoren können auch chronische Erkrankungen wie das metabolische Syndrom oder eine chronische Prostatitis sowie sexuell übertragbare Erkrankungen das Risiko für ein Prostatakarzinom erhöhen.1,2 Ebenso spielt der Lebensstil eine Rolle bei der Entstehung der Erkrankung: Fettreiche Produkte, Fleisch, Selenmangel, fischfreie Ernährung oder Rauchen korrelieren mit einem erhöhten Risiko für ein Prostatakarzinom.1 Ein normales Gewicht und ausreichende Bewegung können das Risiko für ein Prostatakarzinom verringern.2

PCa Ernährung

Stadien beim Prostatakarzinom

PCa Stadien


Das Prostatakarzinom kann in drei Stadien unterteilt werden:1

Lokal begrenztes Prostatakarzinom

Lokal begrenztes Prostatakarzinom

Lokal fortgestrittenes Prostatakarzinom

Lokal fortgeschrittenes Prostatakarzinom

Metastasiertes Prostatakarzinom

Metastasiertes Prostatakarzinom

Dabei erfolgt die Klassifikation der Ausdehnung des Primärtumors und der Metastasierung auf Basis der TNM-Klassifikation. Nach dieser werden klinisch nicht erkennbare Tumoren, die weder tastbar noch sichtbar sind (T1), und auf die Prostata beschränkte Tumoren, bei denen die Prostatakapsel intakt ist (T2), als lokal begrenzte Prostatakarzinome bezeichnet. Ein lokal fortgeschrittenes Prostatakarzinom umfasst Tumoren, die die Prostatakapsel durchbrochen und sich extrakapsulär ausgebreitet bzw. die Samenblase infiltriert haben (T3), und Tumoren mit einer Infiltration von Nachbarorganen über die Samenblase hinaus, das heißt Harnblase, Rektum, Schließmuskel oder Beckenwand (T4). Bei fortgeschrittenen bzw. metastasierten Prostatakarzinomen sind regionäre Lymphknoten befallen (N1) bzw. Fernmetastasen vorhanden (M1).1

Nach UICC-Stadieneinteilung gehören alle lokal begrenzten Prostatakarzinome, bei denen weniger als 50% des Seitenlappens befallen sind, zum Stadium I. Sind mehr als 50% eines Seitenlappens oder beide Seitenlappen vom Tumor befallen, spricht man vom Stadium II. Prostatakarzinome mit einem Durchbruch der Prostatakapsel und einem extraprostatischen Wachstum gehören zum Stadium III. Das Stadium IV umfasst alle Tumoren mit einer Infiltration von Nachbarorganen (über Samenblase hinaus), und/oder regionärem Lymphknotenbefall und/oder Fernmetastasen.1

3D-Krankheitsbild Prostatakarzinom

Nutzen Sie unsere interaktiven 3D-Animationen zum Prostatakarzinom zur Unterstützung Ihres Patientengesprächs.

Das lokale Prostatakarzinom im Video für Patienten und Angehörige

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Das lokale Prostatakarzinom

Tipps für den Alltag und wichtige Informationen für Patienten und Angehörige

Das nicht-metastasierte, kastrationsresistente Prostatakarzinom im Video für Patienten und Angehörige

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Prostatakarzinom Mediathek

Als Ärzt:innen stehen Ihnen viele Videos und Podcasts rund um die Therapie des Prostatakarzinoms zur Verfügung. Auf Sie warten unter anderem Studienzusammenfassungen und der Austausch zwischen Expert:innen auf dem Gebiet.

Das metastasierte Prostatakarzinom im Video für Patienten und Angehörige

EM-56745

Das metastasierte Prostatakarzinom

Tipps für den Alltag und wichtige Informationen für Patienten und Angehörige

Risikostratifizierung

Fortgeschrittene Prostatakarzinome gelten grundsätzlich als Hochrisikotumoren. Bei lokal begrenzten Tumoren kann das Risiko nach D’Amico stratifiziert werden, wofür neben der Konzentration des Prostata-spezifischen Antigens (PSA-Wert) auch der Gleason-Score herangezogen wird. Bei diesem handelt es sich um einen prognostischen Parameter, der auf der histologischen Beurteilung der Drüsenmorphologie der Prostata beruht.1

Tumoren mit einem geringen Risiko:

Lokal begrenzte Prostatakarzinome mit einem PSA-Wert < 10 ng/ml und Gleason-Score ≤ 6, bei denen weniger als 50% eines Seitenlappens befallen sind, gelten als Tumoren mit einem geringen Risiko.1

Tumoren mit einem mittleren Risiko:

Ein mittleres Risiko weisen lokal begrenzte Prostatakarzinome mit einem PSA-Wert von 10–20 ng/ml oder einem Gleason-Score von 7 oder einem Befall von mehr als 50% eines Seitenlappens auf.1

Tumoren mit einem hohen Risiko:

Lokal begrenzte Prostatakarzinome, bei denen beide Seitenlappen befallen sind, oder die einen PSA-Wert von > 20 ng/ml oder einen Gleason-Score von ≥ 8 aufweisen, gehören zu den Hochrisikotumoren.1

PCa Risikostratifizierung

Prostatakarzinom: Symptome

PCa Symptome



Zu Beginn treten bei einem Prostatakarzinom keine Symptome auf, was der Grund dafür ist, dass sie meist zufällig im Rahmen der Krebsvorsorgeuntersuchung entdeckt werden. Jährliche Untersuchungen zur Früherkennung von Prostatakarzinomen werden ab einem Alter von 45 Jahren von der Krankenkasse bezahlt. Etwa 10 Prozent der Prostatakarzinome werden zudem als Zufallsbefund im Rahmen einer histologischen Untersuchung, z. B. aufgrund eines benignen Prostatasyndroms, entdeckt.1

Erste lokale Anzeichen des Prostatakarzinoms unterscheiden sich nicht von denen einer benignen Prostatahyperplasie. Häufig kommt es zu Miktionsbeschwerden wie einer verlängerten Miktion mit schwachem Harnstrahl, Inkontinenz, Pollakisurie, Nykturie, Dysurie und Algurie. Außerdem können Erektionsstörungen, ein perineales Druckgefühl, Hämaturie und Hämatospermie auftreten.4

Im weiteren Verlauf der Erkrankung gehören zu den Symptomen eines Prostatakarzinoms Allgemeinsymptome wie eine ungewollte Gewichtsabnahme, Leistungsknick, Anämie und paraneoplastische Syndrome wie z. B. eine Thromboseneigung. Beim metastasierten Prostatakarzinom kann es zu Knochenschmerzen oder pathologischen Frakturen bei Metastasen des Skeletts kommen. Selten treten Lymphödeme bei ausgeprägten iliakalen Lymphknotenmetastasen, neurologische Symptome bei zerebraler Metastasierung oder bei spinaler Kompression durch Metastasen der Wirbelkörper auf. Aufgrund pulmonaler und/oder pleuraler Metastasen kann es zu Husten und Dyspnoe kommen, bei fortgeschrittener Lebermetastasierung zu einem Ikterus und einer Leberinsuffizienz.4

Die Diagnose - Wie wird ein Prostatakarzinom erkannt?

PCa Diagnose


Etwa zwei Drittel aller Prostatakarzinome werden in einem frühen Stadium diagnostiziert.2 Da der Tumor in diesem Stadium meist noch keine Symptome verursacht, steht in Deutschland seit den 1970er Jahren allen Männern ab 45 Jahren ein Krebsfrüherkennungsprogramm zur Verfügung, dessen Kosten von den Krankenkassen übernommen werden. Inhalt dieser einmal jährlichen Früherkennungsuntersuchung ist neben einer Befragung zu aktuellen Beschwerden oder anderen gesundheitlichen Veränderungen eine Untersuchung des äußeren Genitals, der Leistenlymphknoten sowie eine digital-rektale Tastuntersuchung der Prostata.1

Außerdem kann der PSA-Wert bestimmt werden. Als verdächtig gelten ein Gesamt-PSA > 4 ng/ml, ein Anstieg des PSA-Werts von 0,35–0,75 ng/ml pro Jahr oder ein Anteil von freiem PSA am Gesamt-PSA unter 20%. Allerdings zeigt sich nicht bei jedem Prostatakarzinom ein Anstieg des PSA-Werts. Außerdem können Entzündungen, Manipulationen und andere Prozesse an der Prostata zu einer Erhöhung des PSA-Werts und damit zu falsch-positiven Ergebnissen führen. Die Bestimmung des PSA-Werts gehört nicht zu den Kassenleistungen, die Kosten müssen selbst von den Patienten übernommen werden.1

Früherkennung und Untersuchung des Prostatakarzinoms

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TACHELES Podcast

In unserem Patienten-Podcast klären Experten über den Prostatakrebs auf: Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Stellenwert der Früherkennung.

Bei Verdacht auf ein Prostatakarzinom kann zusätzlich eine transrektale Sonographie (TRUS) durchgeführt werden. Diese kann auch Hinweise darauf geben, ob die Prostatakapsel von Tumorgewebe durchbrochen ist.1

Um die Diagnose eines Prostatakarzinoms zu sichern, werden im Rahmen einer transrektalen, sonographiegesteuerten Prostatastanzbiopsie unter Lokal-anästhesie Gewebeproben aus der Prostata entnommen und histologisch untersucht. Eine Magnetresonanztomographie (MRT) kann weitere Informationen über den Tumor liefern und wird empfohlen, wenn trotz negativer Biopsie ein Verdacht auf ein Prostatakarzinom fortbesteht.1

Um das Stadium des Tumors zu bestimmen und eventuell enstandene Metastasen zu diagnostizieren, können weitere Untersuchungen folgen.

Prostatakarzinom: Therapie

PCa Therapie



Zur Behandlung des Prostatakarzinoms stehen verschiedene Optionen zur Verfügung. Welche Therapie im Einzelfall für den Patienten die richtige ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Entscheidend für die Auswahl der Behandlung sind beispielsweise das Stadium der Erkrankung, das Progressionsrisiko, eine möglicherweise eingeschränkte Lebenserwartung durch Alter oder Komorbiditäten und natürlich auch der Wunsch des Patienten.3

Lokales und lokal fortgeschrittenes Prostatakarzinom

Beim lokalen und lokal fortgeschrittenen, nicht-metastasierten Prostatakarzinom stehen zwei kurative Therapieoptionen zur Verfügung: die radikale Prostatektomie und die perkutane Strahlentherapie. Zudem kann im frühen Stadium der Erkrankung eine präzise Strahlentherapie von innerhalb des Körpers mit geringer Dosierung (Brachytherapie) durchgeführt oder auch zunächst mit der Behandlung abgewartet und der Tumor engmaschig überwacht werden (Active Surveillance).3

Aktive Überwachung (Active Surveillance)

Die aktive Überwachung ist eine Strategie, bei der erst bei Progression des Prostatakarzinoms eine Therapie eingeleitet wird. Bei der aktiven Überwachung wird der Tumor in den ersten beiden Jahren durch Bestimmung des PSA-Werts und digital-rektaler Tastuntersuchung in regelmäßigen Abständen kontrolliert. Bleibt der PSA-Wert stabil, kann das Intervall verlängert werden. Eine erneute Biopsie wird außerdem in den ersten drei Jahren meist alle 12 bis 18 Monate,danach bei stabilem Befund meistens alle 3 Jahre durchgeführt.3

Radikale Prostatektomie

Bei der radikalen Prostatektomie als Therapie des Prostatakarzinoms werden im Rahmen der Operation die Prostata einschließlich der Kapsel, der Samenblasen und der prostatanahen Anteile der Samenleiter entfernt. Sie wird meist in Kombination mit einer Entfernung der Lymphknoten (Lymphadenektomie) durchgeführt. Lediglich bei kleinen Tumoren mit geringem Risikoprofil kann auf eine Lymphadenektomie verzichtet werden. Bei hohem Risikoprofil oder Lymphknotenbefall wird sie in den meisten Fällen durchgeführt. Gegebenenfalls wird zusätzlich auch eine Bestrahlung des Tumors eingeleitet.

Ziel der radikalen Prostatektomie ist die Heilung der Patienten, das heißt die Tumorfreiheit bis zum Lebensende.3 Da bei der Therapie Teile der Samenleiter entfernt werden, besteht nach einer radikalen Prostatektomie immer Sterilität. Ziel ist es aber, Harnkontinenz und erektile Funktion zu erhalten, was in der Regel bis zu einem Gleason-Score von 7 möglich ist. Allerdings kommt es in ungefähr 50 bis 70% der Fälle zu einer erektilen Dysfunktion nach radikaler Prostatektomie.1 Wird bei der radikalen Prostatektomie ein Befall der Lymphknoten festgestellt, kann zusätzlich noch eine adjuvante Hormontherapie erfolgen.

Perkutane Strahlentherapie

Die perkutane Strahlentherapie kann als Therapie beim Prostatakarzinom einzeln oder in Kombination mit einer hormonellen Therapie durchgeführt werden. Wie bei der radikalen Prostatektomie ist auch das Ziel der perkutanen Strahlentherapie die Heilung des Patienten.1,3

LDR-Brachytherapie

Bei Patienten mit einem lokal begrenzten Prostatakarzinom und niedrigem Risikoprofil kann alternativ zur Bestrahlung eine Low-Dose-Rate (LDR)-Brachytherapie durchgeführt werden, bei der mithilfe einer dünnen Hohlnadel pro Zeiteinheit nur eine geringe Strahlendosis in die Prostata abgegeben wird. Da die Strahlenquellen aber dauerhaft in der Prostata verbleiben, wird dennoch lokal eine sehr hohe Dosis erreicht.1,3

HDR-Brachytherapie

Die High-Dose-Rate (HDR)-Brachytherapie kann in Kombination mit einer perkutanen Strahlentherapie bei Patienten mit einem lokal begrenzten Prostatakarzinom mit mittlerem und hohem Risikoprofil durchgeführt werden.3

Abwartendes Beobachten (Watchful Waiting)

Bei Patienten mit einem schlechten Allgemeinzustand und einer mutmaßlichen tumorunabhängigen Lebenserwartung von unter zehn Jahren kann eine lang-fristige Beobachtung und sekundäre symptomorientierte Therapie statt einer kurativen Behandlung beim Prostatakarzinom in Erwägung gezogen werden. Ziel ist dabei nicht die Heilung des Patienten, sondern die rechtzeitige Einleitung einer palliativen Therapie.3

Therapie des nicht-metastasiertem, kastrationsresistentem Prostatakarzinoms

Für Patienten mit einem nicht-metastasiertem Prostatakarzinom, deren Tumor nicht mehr auf eine Hormonentzugstherapie anspricht (nmCRPC), die aber ein hohes Risiko für eine Metastasierung aufweisen (PSA-Verdopplungszeit von ≤ 10Monaten), stehen mehrere orale Androgenrezeptorblocker zur Verfügung.3

Therapie des metastasiertem Prostatakarzinoms

Bei Patienten mit einem metastasierten Prostatakarzinom stehen grundsätzlich eine Hormontherapie bzw. eine kombinierte Hormon-Chemotherapie zur Verfügung. Die zur Verfügung stehenden Therapieoptionen variieren je nachdem, ob ein metastasiertes hormonsensitives Prostatakarzinom (mHSPC) oder ein kastrationsresistentes Prostatakarzinom (mCRPC) vorliegt. Zusätzlich können Behandlungsmaßnahmen bei Beschwerden zur Symptomlinderung eingesetzt werden (z.B. Bestrahlung von Knochenmetastasen).3

Metastasiertes hormonsensitives Prostatakarzinom

Es wird eine Hormonentzugstherapie durch chemische Kastration oder eine operative Kastration mit einer beidseitigen Entfernung der Hoden (Orchiektomie)durchgeführt.1

Nach Möglichkeit wird die Hormonentzugstherapie in Kombination mit einer ergänzenden antihormonellen Therapie (Androgenrezeptorblocker oder Androgen-Biosynthese-Inhibitoren) oder einer Chemotherapie durchgeführt.3

Metastasiertes kastrationsresistentes Prostatakarzinom

Kommt es trotz Kastration zu einem Progress des Prostatakarzinoms, kann in der Erst- und Zweitlinie eine antihormonelle Therapie oder eine Chemotherapie durchgeführt werden. Meist wird gleichzeitig eine Hormonentzugstherapie als Basistherapie (Backbone) fortgeführt.1,3

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Verlauf und Prognose beim Prostatakarzinom

PCa Prognose

Verlauf, Prognose und Heilungschancen beim Prostatakarzinom sind individuell verschieden und hängen von verschiedenen Faktoren ab.1 Insgesamt geht man von einer relativen 5-Jahres-Überlebensrate von 89% aus, nach 10 Jahren leben noch 88% der Patienten.2

In einem metastasierten Stadium ist keine Heilung möglich, die weitere Ausbreitung des Prostatakarzinoms kann aber verlangsamt werden. Unter palliativer Therapie leben 15 Jahre nach Diagnosestellung noch 75% aller Patienten mit einem Gleason-Score von bis zu 6. Bei einem Gleason-Score von 7 steigt die Mortalität auf 50% und bei einem Score von 8 oder mehr leben nach 15 Jahren noch weniger als 25% der Patienten.1

Nachsorge beim Prostatakarzinom

PCa Nachsorge


Ziel der Nachsorge beim Prostatakarzinom ist es, ein mögliches Rezidiv des Tumors frühzeitig zu erkennen und behandeln zu können. Nach einer lokalen Therapie, die zu einer Heilung geführt hat, werden bei asymptomatischen Patienten innerhalb der ersten zwei Jahre meist vierteljährliche Nachsorgeuntersuchung mit Bestimmung des PSA-Werts durchgeführt. Die erste Untersuchung findet meist innerhalb von 12 Wochen nach Ende der Therapie statt. Im dritten und vierten Jahr nach Therapie kann das Intervall auf halbjährliche Untersuchungen und vom fünften Jahr an auf jährliche Untersuchungen verlängert werden. Zeigt sich ein Anstieg des PSA-Werts oder treten bei dem Patienten Symptome auf, können bildgebende Verfahren zur Kontrolle eingesetzt werden.3

Bei Patienten unter einer hormonellen Therapie wird meist alle drei Monate eine Kontrolluntersuchung mit körperlicher Untersuchung und Bestimmung des PSA-Werts durchgeführt werden, um ein Ansprechen auf die Therapie beurteilen bzw. mögliche Nebenwirkungen frühzeitig diagnostizieren und behandeln zu können. Bildgebende Verfahren zur Verlaufskontrolle sind nur notwendig, wenn sich ein Anstieg des PSA-Werts zeigt oder Symptome auftreten. Zeigt sich die Erkrankung als stabil und die Hormontherapie als wirksam, kann das Intervall der Kontrolluntersuchungen verlängert werden. Durch eine Bestimmung des Testosteronspiegels in bestimmten Abständen wird das Erreichen des Kastrationsniveaus überprüft.3

Patientengeschichten

PCa Patientengeschichten

Wie erleben Patienten ihr Leben mit einem Prostatakarzinom?

Wir stellen Ihnen zwei Patienten vor:

Diese beiden Patientengeschichten und weitere interessante Artikel rund um das Thema Prostatakarzinom finden Sie auch auf unserer Website Ein JA kann.

Weiterführende Informationen für Patienten und Angehörige

PCa weitere Informationen
MEIN KREBSRATGEBER

Informationsportal für Patienten & Angehörige auf der Janssen With Me

Janssen Deutschland

Patienten-Website für Informationen zum Thema Prostatakrebs

Das metastasierte Prostatakarzinom: Wichtige Informationen für Patienten

Tipps für den Alltag und Informationen über Ursachen der Erkrankung sowie Behandlungsmöglichkeiten des metastasierten Prostatakarzinoms

Das metastasierte Prostatakarzinom: Wichtige Informationen für Angehörige

Mit der kompakten Informationsbroschüre werden Indikation und Therapie mit hilfreichen Infografiken und kurzen Texten schnell und einfach erklärt.

Das lokal begrenzte Prostatakarzinom: Wichtige Informationen für Patienten

Tipps für den Alltag und Informationen über die Ursachen der Erkrankung sowie Behandlungsmöglichkeiten des lokal begrenzten Prostatakarzinoms

Das lokal begrenzte Prostatakarzinom: Wichtige Informationen für Angehörige

Tipps für den Alltag zur Unterstzützung eines Patienten mit lokal begrenztem Prostatakarzinom

Janssen in der Therapie des Prostatakarzinoms

Janssen


Seit über 30 Jahren steht Janssen für intensive Forschung in der Onkologie. In dieser Zeit konnten bedeutende medizinische Fortschritte in der Entwicklung neuer Medikamente erreicht werden, so auch beim Prostatakarzinom.

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Referenzen
  1. AMBOSS - Fachwissen für Mediziner: Prostatakarzinom. Abrufbar unter: https://www.amboss.com/de/wissen/Prostatakarzinom (Letzter Zugriff am 21.03.2022).
  2. Krebs in Deutschland für 2017/2018 Robert Koch-Institut, Berlin 2019. Abrufbar unter: https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/krebs_in_deutschland_inhalt.html (Letzter Zugriff am 21.03.2022).
  3. Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur Früherkennung,Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms. Langversion 6.2, Oktober 2021 AWMF-Registernummer: 043/022OL. Abrufbar unter: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/prostatakarzinom/ (Letzter Zugriff: am 21.03.2022).
  4. Onkopedia-Leitlinie der DHGO: Prostatakarzinom. Abrufbar unter: https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/prostatakarzinom/@@guideline/html/index.html (Letzter Zugriff am 21.03.2022).
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