05. September 2019

Disease Interception: Die Vision Realität werden lassen

Was wäre, wenn wir Krankheiten künftig aufhalten könnten, bevor sie ausbrechen? Welche Chancen und Herausforderungen birgt Disease Interception für Patienten, Gesellschaft und Gesundheitssystem? Wie ist dieser neue medizinische Ansatz aus gesundheitsökonomischer Sicht zu bewerten, und welche Rahmenbedingungen sind erforderlich, damit Betroffene eines Tages davon profitieren können?

Diese und weitere Fragen diskutierten Prof. Dr. David Matusiewicz, Dekan Gesundheit & Soziales an der FOM Hochschule für Oekonomie & Management, und Tim Jäger, Senior Country Manager im Bereich Gesundheitsökonomie, Marktzugang & Erstattung bei Janssen Deutschland, am 03. September im Rahmen der Jahrestagung House of Pharma & Healthcare in Frankfurt am Main mit rund 60 Workshop-Teilnehmern.

Das Ziel künftiger Disease Interception-Therapien ist, Krankheiten zu verhindern, bevor sie ausbrechen. Betroffene sollen anhand validierter Biomarker deutlich früher als heute diagnostiziert und Krankheitsprozesse noch vor der Ausbildung klinischer Symptome im therapeutisch relevanten Zeitfenster (Interception Window) aufgehalten, verzögert oder sogar umgekehrt werden.

Disease Interception würde einen Paradigmenwechsel für Betroffene, ihre Angehörigen, Ärzte sowie das Gesundheitssystem insgesamt bedeuten. David Matusiewicz zeigte in seinem Impuls auf, dass der Vorteil gegenüber klassischen Präventionsmaßnahmen, die eher „mit der Gießkanne“ durchgeführt werden und bei denen der Nutzen für das Individuum oftmals nicht weiter untersucht werde, in der gezielten Identifikation der Betroffenen liege. „Mit Disease Interception könnten wir Betroffene viel präziser ermitteln und Übertherapien reduzieren“, so der Gesundheitsökonom.

Die angeregte Diskussion bestätigte: Bevor die ersten Disease-Interception-Therapien auf den Markt kommen, sind etliche grundlegende Fragen zu beantworten, darunter die nach dem Umgang mit dem individuellen Recht auf Nichtwissen.

“Wir bei Janssen wollen dazu beitragen, dass diese Fragen geklärt werden, damit das System bereit ist, wenn die ersten Disease Interception-Therapien auf den Markt kommen. Deshalb suchen wir schon jetzt das Gespräch mit allen Akteuren des Gesundheitswesens, beispielsweise auf Veranstaltungen wie dieser“, so Tim Jäger.

Eine erste Bewertung des Konzeptes der Disease Interception durch Experten aus Medizin, Wissenschaft (Ethik, Versorgungsforschung, Gesundheitsökonomie etc.), Gesundheitswirtschaft und Politik bietet das von Janssen unterstützte Fachbuch Disease Interception, das im Rahmen des Workshops an interessierte Teilnehmer abgegeben wurde.
 

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