ERYPO® IN DER HÄMATOONKOLOGIE

ERYPO® ist seit 26.04.2017 zur Behandlung von symptomatischer Anämie (Hämoglobinkonzentration ≤ 10 g/dl) bei Erwachsenen
mit primärem Myelodysplastischem Syndrom (MDS) zugelassen, die ein niedriges oder intermediäres-1-Risiko sowie einen geringen Erythropoetin-Serumspiegel (<200 mU/ml) aufweisen. 

 

Indikationen

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Dosierung & Anwendung

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Wirksamkeit

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Verträglichkeit

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Indikationen von ERYPO®

 

INDIKATIONEN IN DER HÄMATONKOLOGIE

Patienten mit einer Tumorerkrankung leiden häufig unter einer Anämie, die durch eine Chemotherapie ausgelöst oder verstärkt werden kann.1 Bei etwa 75 % aller Patienten unter Tumortherapie treten Anämien auf.1 Die Chemotherapie-assoziierte Anämie entwickelt sich überwiegend als Folge einer Myelosuppression. Bei platinhaltigen Substanzen kann die Anämie auch das Resultat einer direkten Hämolyse oder einer Nierenschädigung mit Verringerung der Erythropoetin-Synthese sein.2 Bei symptomatischer Anämie ist eine Behandlung indiziert.1

Das Biologikum Epoetin alfa (ERYPO®) ist angezeigt zur Behandlung der Anämie und zur Reduktion des Transfusionsbedarfs bei Erwachsenen mit soliden Tumoren, malignen Lymphomen oder multiplem Myelom, die eine Chemotherapie erhalten und bei denen aufgrund des Allgemeinzustandes (beispielsweise kardiovaskulärer Status, vorbestehende Anämie bei Beginn der Chemotherapie) ein Transfusionsrisiko besteht.3

Seit dem 26.04.2017 ist ERYPO® auch zugelassen zur Behandlung der symptomatischen Anämie (Hämoglobinspiegel ≤ 10 g/dl) bei Erwachsenen mit primären myelodysplastischen Syndromen (MDS) mit niedrigem oder mittlerem Risiko und niedrigen Erythropoetin-Serumspiegeln (< 200 mU/ml).3 Erypo® stellt die erste zugelassene Therapie einer Erythropoese-stimulierenden Substanz (ESA) in dieser Indikation dar.


WEITERE INDIKATIONEN FÜR ERYPO®

BEI RENALER ANÄMIE

ERYPO® ist angezeigt zur Behandlung der symptomatischen Anämie bei chronischer Niereninsuffizienz:

  • bei Erwachsenen sowie Kindern und Jugendlichen im Alter von 1 bis 18 Jahren unter Hämodialysebehandlung und bei Erwachsenen unter Peritonealdialysebehandlung3
  • sowie bei Erwachsenen mit Niereninsuffizienz, die noch nicht dialysepflichtig sind, zur Behandlung einer schweren symptomatischen renalen Anämie.3

Weiterführende Informationen zum Einsatz von ERYPO® in der Nephrologie finden Sie hier.


VOR GEPLANTEN OPERATIVEN EINGRIFFEN

ERYPO® ist zur Reduktion des Bedarfs an Fremdbluttransfusionen bei Erwachsenen ohne Eisenmangel vor einem großen elektiven orthopädischen Eingriff mit hohem Risiko für Transfusionskomplikationen zugelassen.3*

Auch zur Steigerung der autologen Blutgewinnung bei Erwachsenen im Rahmen eines Eigenblut-Spendeprogramms ist ERYPO® indiziert.3**

Einschränkungen hierzu entnehmen Sie bitte der aktuellen Fachinformation.

* Es sollte nur bei Patienten mit mittelschwerer Anämie (z. B. Hämoglobinspiegel von 10–13 g/dl) und einem erwarteten Blutverlust von 900–1.800 ml angewendet werden, die nicht an einem autologen Blutspendeprogramm teilnehmen können.
** Die Behandlung sollte nur bei Patienten mit mittelschwerer Anämie (Hämoglobinspiegel 10–13 g/dl [6,2–8,1 mmol/l], kein Eisenmangel) durchgeführt werden, falls blutgewinnende Maßnahmen nicht verfügbar oder unzureichend sind, bei geplanten größeren operativen Eingriffen, die einen großen Blutvolumenersatz fordern (4 oder mehr Einheiten Blut bei Frauen bzw. 5 oder mehr Einheiten bei Männern).


DOSIERUNG UND ANWENDUNG VON ERYPO®

 

VOR BEHANDLUNGSBEGINN

Vor Beginn einer Behandlung mit ERYPO® sowie vor einer geplanten Dosiserhöhung müssen andere Ursachen einer Anämie, wie Eisen-, Folsäure- oder Vitamin-B12-Mangel, Aluminiumintoxikation, Infektionen oder Entzündungen, Blutverlust, Hämolyse und Knochenmarkfibrose jeglicher Genese, abgeklärt und behandelt werden.3 Um ein optimales Ansprechen auf ERYPO® zu gewährleisten, müssen ausreichende Eisenreserven sichergestellt werden und falls notwendig, muss eine Eisensubstitution erfolgen.3

Lesen Sie hierzu bitte auch die Fachinformation.
 

ART DER ANWENDUNG

Bei Patienten mit Chemotherapie-induzierter Anämie und bei Patienten mit Niedrigrisiko MDS (niedrig oder intermediär-1) sollte ERYPO® als subkutane Injektion gegeben werden.3

Zur Behandlung erwachsener Patienten, bei denen ein großer elektiver orthopädischer Eingriff vorgesehen ist, sollte ERYPO®subkutan gegeben werden.3

Zur Behandlung von erwachsenen Patienten, die an einem autologen Blutspendeprogramm teilnehmen, sollte ERYPO®intravenös gegeben werden.3

Für vollständige Informationen beachten Sie bitte die aktuelle Fachinformation.


VORBEREITUNG

Da die ERYPO®-Fertigspritzen im Kühlschrank aufbewahrt werden müssen, sollte man vor dem Gebrauch die ERYPO®-Fertigspritze zunächst auf Raumtemperatur erwärmen lassen. Dies dauert gewöhnlich 15 bis 30 Minuten.3 Die ERYPO®-Fertigspritze bitte nicht schütteln! Längeres heftiges Schütteln kann das Arzneimittel schädigen!

Wie bei jedem injizierbaren Produkt ist zu prüfen, dass weder Schwebepartikel in der Lösung noch Farbveränderungen vorhanden sind.

Für vollständige Informationen beachten Sie bitte die aktuelle Fach- und Gebrauchsinformation.


ERYPO® FERTIGSPRITZE MIT PROTECS™ SICHERHEITSSYSTEM

Die ERYPO®-Fertigspritzen sind mit dem Nadelschutz Protecs™ versehen ( ► Abb. 1), der zur Vermeidung von Nadelstichverletzungen nach dem Gebrauch beiträgt.

Der Protecs™ Nadelschutz wird erst aktiviert, wenn die gesamte Dosis abgegeben wurde. Detaillierte Anweisungen für den Gebrauch und die Handhabung der ERYPO®-Fertigspritze finden Sie in der Gebrauchsinformation.

 


Abb. 1 Aufbau der ERYPO®-Fertigspritze mit dem Protecs™ Nadelschutz

Subkutane Injektion

Die subkutanen Injektionen sollten entweder in den Oberschenkel oder in die vordere Bauchwand gegeben werden. Im Allgemeinen sollte dabei ein Volumen von maximal 1 ml pro Injektionsstelle nicht überschritten werden. Größere Injektionsvolumina sind auf mehrere Injektionsstellen zu verteilen.

In Situationen, in denen der behandelnde Arzt feststellt, dass ein Patient oder eine Pflegekraft ERYPO® sicher und effektiv selbst subkutan anwenden kann, sollte eine Einweisung über die richtige Dosierung und Anwendung stattfinden.

Eine „Anleitung zur Selbstinjektion“ findet sich in der Gebrauchsinformation.
 

WIRKSTÄRKEN VON ERYPO®

ERYPO® wird in Abhängigkeit vom Körpergewicht dosiert. Dazu stehen verschiedene Wirkstärken in Fertigspritzen zur Verfügung:

ERYPO® FS 1000 I.E./0,5 ml
ERYPO® FS 2000 I.E./0,5 ml
ERYPO® FS 3000 I.E./0,3 ml
ERYPO® FS 4000 I.E./0,4 ml
ERYPO® FS 10 000 I.E./ml
ERYPO® FS 40 000 I.E./ml

Detaillierte Informationen finden Sie in der aktuellen Fachinformation.

 

ANWENDUNG BEI NIEDRIGRISIKO-MDS

ERYPO® sollte Patienten mit Niedrigrisiko-MDS (niedrig oder intermediär-1) und symptomatischer Anämie bei einer Hb-Konzentration ≤10 g/dl [6,2 mmol/l]) und niedrigen Erythropoetin-Serumspiegeln von <200 mE/ml verabreicht werden (►Abb. 3).3

Abb. 3    Behandlungsschema der symptomatischen Anämie bei MDS-Patienten3

Die empfohlene Anfangsdosierung beträgt 450 I.E./kg KG (maximale Gesamtdosis von 40.000 I.E.), die 1x wöchentlich mit einem Abstand von mindestens 5 Tagen zwischen den Dosen subkutan gegeben werden.3

Um die Hb-Werte im gewünschten Zielbereich zwischen 10–12 g/dl (6,2–7,5 mmol/l) zu halten, sind geeignete Dosisanpassungen vorzunehmen. Eine anhaltende Hb-Konzentration von mehr als 12 g/dl (7,5 mmol/l) ist zu vermeiden.3

Es wird empfohlen, das initiale erythroide Ansprechen 8–12 Wochen nach Beginn der Behandlung zu beurteilen. Eine Erhöhung oder Reduktion der Dosis sollte jeweils um einen Dosisschritt erfolgen (►Abb. 4).3

Abb. 4  Schrittweise Dosisanpassung von ERYPO® bei Niedrigrisiko-MDS-Patienten3

 

DOSISSTEIGERUNG

Die Dosis sollte maximal 1.050 I.E./kg KG (Gesamtdosis 80.000 I.E.) wöchentlich nicht überschreiten. Falls der Patient nicht mehr anspricht oder die Hb-Konzentration nach einer Dosisreduktion um ≥1 g/dl abfällt, sollte die Dosis um einen Dosisschritt angehoben werden.3 Zwischen den Dosissteigerungen sollte ein Abstand von mindestens 4 Wochen liegen.3


DOSISUNTERBRECHUNG UND DOSISREDUKTION:

Die Gabe von ERYPO® sollte unterbrochen werden, wenn die Hb-Konzentration 12 g/dl (7,5 mmol/l) übersteigt. Sobald die Hb-Konzentration auf einen Wert unter 11 g/dl gefallen ist, kann die Gabe mit der gleichen Dosis oder um einen Dosisschritt darunter liegenden Dosis – je nach ärztlicher Beurteilung – wieder aufgenommen werden.3 Bei einem raschen Anstieg der Hb-Konzentration (>2 g/dl über 4 Wochen) sollte die Senkung der Dosis um einen Dosisschritt in Betracht gezogen werden.3
 

GEGENANZEIGEN

ERYPO® ist kontraindiziert bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Patienten, die unter der Behandlung mit irgendeinem Erythropoetin an einer Erythroblastopenie erkranken, dürfen kein ERYPO® oder ein anderes Erythropoetin erhalten. Bei Patienten mit unkontrolliertem Bluthochdruck darf ERYPO® ebenfalls nicht angewandt werden.3

Alle Gegenanzeigen, die bei einem autologen Blutspendeprogramm beachtet werden müssen, sind bei einer supplementierenden Behandlung mit ERYPO® ebenfalls zu berücksichtigen.3

Sicherheit und Wirksamkeit von ERYPO® bei Kindern und Jugendlichen, die eine Chemotherapie erhalten, ist nicht erwiesen.3

Bei Patienten, die für einen elektiven orthopädischen Eingriff vorgesehen sind, und die nicht an einem autologen Blutspendeprogramm teilnehmen können, ist die Anwendung von ERYPO® bei folgenden Vor-, Begleit- oder Grunderkrankungen kontraindiziert: schwere koronare Herzkrankheit, periphere arterielle Verschlusskrankheit, vaskuläre Erkrankung der Karotiden oder zerebrovaskuläre Erkrankung; bei Patienten mit vor kurzem eingetretenem Herzinfarkt oder zerebrovaskulärem Ereignis. Chirurgische Patienten, bei denen keine adäquate Thromboseprophylaxe durchgeführt werden kann.


LAGERUNG UND HALTBARKEIT

ERYPO® muss im Kühlschrank bei 2°C bis 8°C gelagert werden und darf nicht eingefroren werden.3 ERYPO® ist in der Originalverpackung aufzubewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen. Die Dauer der Haltbarkeit beträgt 18 Monate.3

Für den Zweck der ambulanten Anwendung kann das Produkt aus dem Kühlschrank genommen und über einen Zeitraum von bis zu 3 Tagen bei Temperaturen nicht über 25 °C gelagert werden. Wird das Arzneimittel innerhalb dieses Zeitraumes nicht verwendet, ist es zu beseitigen.3

Für vollständige Informationen beachten Sie bitte die aktuelle Fachinformation.
 

WIRKSAMKEIT VON ERYPO®


 

WIRKSTOFF EPOETIN ALPHA


ERYPO® ist ein Biologikum mit dem Wirkstoff Epoetin alfa, einem rekombinanten humanen Erythropoetin (rHuEPO). Es gehört zu den sogenannten Erythropoiesis Stimulating Agents, kurz ESA.

Epoetin alfa, welches in CHO (Chinese Hamster Ovary)-Zelllinien exprimiert wird, weist eine mit dem menschlichen renalen EPO identische Aminosäuresequenz auf (►Abb. 5). Lediglich in der Zusammensetzung der Zuckerstrukturen (Glykosylierungsmuster) unterscheiden sich die rekombinanten EPO-Varianten vom nativen, endogenen Molekül. Mittels funktioneller Untersuchungsmethoden sind keine Unterschiede zwischen rHuEPO und EPO zu detektieren. Daher kann fehlendes endogenes EPO mit Epoetin alfa substituiert werden.4

Abb. 5    3D-Molekülstruktur von Epoetin alfa

BIOLOGISCHE FUNKTION VON ERYTHROPOETIN (EPO)

Das körpereigene Erythropoetin (EPO), ist ein aus 165 Aminosäuren bestehendes Glykoprotein, welches die Erythropoese im Knochenmark steuert. EPO ist u. a. für die tägliche Produktion von etwa 200 Milliarden neuen roten Blutkörperchen verantwortlich und sorgt so für eine ausreichende Hämoglobin (Hb)-Konzentration des Blutes auch unter sauerstoffarmen Bedingungen, z. B. in großer Höhe. Ein niedriger Sauerstoffgehalt im Blut stimuliert die Bildung von EPO, welches vor allem von speziellen Fibroblasten in der Nierenrinde und zu weit geringeren Anteilen in der Leber gebildet wird. EPO aktiviert erythroide Vorläuferzellen im Knochenmark, wodurch schließlich die Erythropoese und die Produktion reifer Erythrozyten angeregt wird.

Bei MDS-Patienten wird die Anämie durch eine ineffektive Erythropoese verursacht, die auf eine gestörte Reaktion auf endogenes EPO zurückzuführen ist. Die Mechanismen, die dieser gestörten Reaktion zugrunde liegen, sind jedoch noch nicht vollständig aufgeklärt. Eine Vermutung ist, dass EPO-Rezeptoren im Knochenmark von MDS-Patienten strukturell defekt sind, was zu einer veränderten Rezeptor-Signalisierung bei der EPO-Bindung führt.5

 

WIRKMECHANISMUS VON ERYPO®

Da sich ERYPO® praktisch nicht von humanem, renalen EPO unterscheidet, ist auch der molekulare Wirkmechanismus gleich: EPO bindet an spezifische Erythropoetin-Rezeptoren (EPO-R) in der Zellmembran von Erythrozyten-Vorläuferzellen im Knochenmark. Dadurch werden Signaltransduktionswege aktiviert, die ihrerseits den programmierten Zelltod (Apoptose) hemmen und die Erythrozyten-Differenzierung und -Proliferation stimulieren. Die Erythropoese verläuft langsam, da sie viele Zellteilungen umfasst: Es dauert etwa 3-4 Tage nach einem akuten Anstieg der EPO-Konzentration im Blut, bis signifikant mehr junge rote Blutzellen – zunächst als Retikulozyten – aus dem Knochenmark in das Blut gelangen.6
 

PHARMAKOKINETISCHE EIGENSCHAFTEN

Zwölf bis 18 Stunden nach subkutaner Injektion erreichen die Serumspiegel von ERYPO® ein Maximum.3 Nach wiederholter, einmal wöchentlicher, subkutaner Gabe von 600 I.E./kg KG war keine Kumulation zu beobachten.3 Die absolute Bioverfügbarkeit beträgt bei gesunden Probanden nach subkutaner Gabe ca. 20 %.3

Das mittlere Verteilungsvolumen betrug bei gesunden Probanden nach intravenöser Anwendung von 50 oder 100 I.E./kg KG 49,3 ml/kg KG. Bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz lag das Verteilungsvolumen nach intravenöser Einmalgabe (12 I.E./kg KG) bei 57–107 ml/kg KG und nach wiederholter Gabe (48–192 I.E./kg KG) bei 42–64 ml/kg, d. h. das Verteilungsvolumen ist etwas größer als der Plasmaraum.3

Die Halbwertszeit (HWZ) von ERYPO® beträgt nach wiederholter intravenöser Anwendung bei gesunden Probanden etwa 4 Stunden, bei subkutaner Anwendung ca. 24 Stunden.3 Die mittlere systemische Clearance (CL/F) betrug bei Gabe von 3x wöchentlich 150 I.E./kg KG bzw. 1x wöchentlich 40.000 I.E. bei gesunden Probanden jeweils 31,2 resp. 12,6 ml/h/kg KG.

Bei anämischen Tumorpatienten betrug die mittlere CL/F bei Gabe von 3x wöchentlich 150 I.E./kg KG bzw. 1x wöchentlich 40.000 I.E. 45,8 bzw. 11,3 ml/h/kg KG. Bei den meisten anämischen Tumorpatienten war die CL/F unter einer zyklischen Chemotherapie bei subkutaner Gabe von 1x wöchentlich 40.000 I.E. bzw. 3x wöchentlich 150 I.E./kg KG geringer als bei gesunden Probanden.3

Für vollständige Informationen beachten Sie bitte die aktuelle Fachinformation.
 

WIRKSAMKEIT BEI NIEDRIGRISIKO-MDS

SIGNIFIKANTE VERBESSERUNG DER ANÄMIE BEI NIEDRIGRISIKO-MDS-PATIENTEN6

In der randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten, multizentrischen Phase-III-Studie EPOANE 3021 wurden die Wirksamkeit und Sicherheit von ERYPO® bei 130 erwachsenen MDS-Patienten mit symptomatischer Anämie mit niedrigem bis intermediärem-1 Risiko untersucht.3 Detaillierte Informationen zum Studiendesign finden Sie hier.

Ein erythroides Ansprechen (ER) nach den Kriterien der IWG-2006 in den ersten 24 Wochen der Studie wurde bei 27 von 85 (31,8 %) der Patienten in der mit ERYPO® behandelten Gruppe gegenüber 2 von 45 (4,4 %) der Patienten in der Placebo-Gruppe gezeigt (p <0,001).3 Nach Überprüfung durch ein Responder Review Committee (RRC), welches Dosisanpassungen, Arzneimittelunterbrechungen und längere Beobachtungszeiträume berücksichtigte, lag das ER bei 45,9 % gegenüber 4,4 % (p < 0,001).7 (►Tab. 1)
 

Tab. 1    Erythroide Ansprechraten zu jedem Zeitpunkt während der ersten 24 Wochen7

Erythroide Ansprechrate (ER)
(mITT-Analyse)
Placebo (n=45) ERYPO® (n=85) p-Wertb
ER nach Kriterien des IWG-2006 (Primärer Endpunkt) 4,4 % 31,8 % <0,001b
ER bestimmt durch ein Responder Review Committee, (gemäß Kriterien des IWG-2006)a 4,4 % 45,9 % <0,001b


a  Ein erythroides Ansprechen, bestimmt durch ein Responder-Review Komitee (RRC) gemäß der IWG 2006 Kriterien, wurde definiert als: Anstieg des Hb-Levels um ≥1,5 g/dl gegenüber dem Ausgangswert oder eine relevante Verringerung der Erythrozyten-Transfusionseinheiten um mindestens 4 Transfusionen/8 Wochen im Vergleich zur Anzahl Transfusionen 8 Wochen vor Therapiebeginn, jeweils mindestens 2 Monate anhaltend
b  Unterschiede im p-Wert der Behandlungsgruppe basieren auf dem zweiseitigen „Fisher exact test“
 

SIGNIFIKANTE STEIGERUNG DER HÄMOGLOBIN-WERTE

Die Hämoglobinwerte wurden in der mit ERYPO® behandelten Gruppe signifikant innerhalb der Beobachtungszeit von 24 Wochen gesteigert im Vergleich zu Placebo (p<0,001).8 (►Abb. 6)

modifiziert nach 8

Abb. 6  Veränderung der Hb-Werte unter ERYPO® vs. Placebo innerhalb der ersten 24 Wochen8


SIGNIFIKANTE VERLÄNGERUNG DER DAUER BIS ZUR ERSTEN TRANSFUSION

Die mediane Zeit vom Therapiebeginn bis zur ersten Transfusion war in der mit ERYPO® behandelten Gruppe gegenüber der Placebo-Gruppe statistisch signifikant länger (49 vs. 37 Tage, p = 0,046).3,7 Nach 4 Behandlungswochen war die Zeit bis zur ersten Transfusion in der Gruppe mit ERYPO® weiter verlängert (142 vs. 50 Tage, p=0,007)3,7 (►Abb. 7).

modifiziert nach 7

Abb. 7  Dauer bis zur ersten Erythrozyten-Transfusion während der 24-wöchigen Beobachtungszeit7

Niedrigrisiko-MDS-Patienten unter ERYPO® können gegenüber Placebo von einer signifikant längeren Zeitspanne bis zur Notwendigkeit einer ersten Transfusion profitieren.7


REDUZIERUNG DES TRANSFUSIONSBEDARFS

Der prozentuale Anteil der transfundierten Patienten in der mit ERYPO® behandelten Gruppe sank von 51,8 % in den 8 Wochen vor Therapiebeginn auf 24,7 % zwischen Woche 16 und Woche 24, während in der Placebo-Gruppe in den gleichen Zeiträumen eine Zunahme der Transfusionsrate von 48,9 % auf 54,1 % beobachtet wurde (p=0,046) (►Abb. 8).3
 

modifiziert nach 8

Abb. 8 Anteil transfundierter Patienten 8 Wochen vor und 24 Wochen nach Baseline8


FRÜHERE ERYPO® GABE – BESSERES ERYTHROIDES ANSPRECHEN7

In der Zulassungsstudie EPOANE 3021 wurden die Patienten stratifiziert nach ihrem EPO-Serumspiegel (<200 mU/ml und ≥200 mU/ml) und danach, ob zuvor Transfusionen erforderlich waren (Ja/Nein).7 Alle ansprechenden Patienten befanden sich im Stratum, das bei der Voruntersuchung einen EPO-Serumspiegel <200 mU/ml hatte. In dieser Gruppe zeigten 50 % der nicht transfundierten Patienten ein erythroides Ansprechen innerhalb der ersten 24 Wochen, verglichen mit 22,6 % der Patienten mit vorheriger Transfusion. (►Tab. 2)3,7

Diese Ergebnisse zeigen, dass sich eine frühzeitige Gabe von ERYPO® – noch bevor Transfusionen erforderlich werden – bei Patienten mit niedrigem Erythropoetinspiegel von <200 mU/ml deutlich positiver auf das ER auswirkt als nach einer Transfusion.7
 

Tab. 2  Erythroide Ansprechraten innerhalb der Stratifikationsgruppen7

Erythroide Ansprechraten (ER) nach stratifizierten Patientengruppen (mITT-Analyse) Placebo
(n=45)
ERYPO®
(n=85)
p-Wertc
vorherige Transfusion EPO-Serumspiegel (mU/ml)  
Nein <200 4,8 % 50,0 % <0.001
Ja 5,6 % 22,6 % <0.001
Nein ≥200 0 0  
Ja 0 0  

c  Unterschiede im p-Wert der Behandlungsgruppe basieren auf dem Cochran-Mantel-Haenszel-Test (CMH)
 

VERBESSERUNG DER LEBENSQUALITÄT BEI NIEDRIGRISIKO-MDS

Eine Post-hoc Analyse bestätigte, dass die ERYPO®-Behandlung zu Woche 24 bei den ansprechenden Patienten mit einer statistisch signifikanten Verbesserung der Lebensqualität gegenüber nicht ansprechenden Patienten assoziiert war (EQ-5D-Index-Score p=0,007; FACT-An p=0,025; EQ-5D VAS p=0,037).8


VERTRÄGLICHKEIT

NEBENWIRKUNGSPROFIL VON ERYPO® BEI NIEDRIGRISIKO-MDS

In der randomisierten und Placebo-kontrollierten Studie EPOANE 3021 wurden keine neuen Sicherheitssignale für ERYPO® identifiziert. Die Sicherheitsergebnisse entsprachen dem bereits bekannten Sicherheitsprofil.7

Detaillierte Informationen zum Sicherheitsprofil von ERYPO® finden Sie in der aktuellen Fachinformation.

Im 24-wöchigen Beobachtungszeitraum berichteten weniger Patienten im ERYPO® Arm (77,6 %) über mindestens ein therapiebedingtes unerwünschtes Ereignis (UE) als in der Kontrollgruppe (88,9 %).7

Es kam unter ERYPO® zu weniger Therapieabbrüchen, die auf therapiebedingte UE zurückzuführen waren (10,6 % vs. 13,3 %).6 Zudem gab es keine Hinweise auf eine raschere Progression zur Akuten Myeloischen Leukämie (AML).7 ►Tab. 3
 

Tab. 3    Wichtige Ergebnisse zur Therapiesicherheit von ERYPO® in den ersten 24 Behandlungswochen7

Anteil Patienten mit unerwünschten Ereignissen (UE) Placebo
(n=45)
ERYPO®
(n=85)

≥1 therapiebedingte UE

88,9 % 77,6 %
≥1 schwere therapiebedingte UE 17,8 % 25,9 %
≥ 1 therapiebedingte UE, die zum Studienabbruch führten 13,3 % 10,6 %
≥ thrombovaskuläres Ereignis 0 4,7 %
Krankheitsprogression (inkl. Progression zur Akuten Myeloischen Leukämie, AML) 8,9 % 12,9 %
Progression zur AML 4,4 % 3,5 %
Todesfälle* 2,2 % 4,7 %

*Keiner der berichteten Todesfälle stand im Zusammenhang mit der Studienmedikation

Die Studienergebnisse bestätigen die Erfahrungen mit ERYPO® aus dem klinischen Alltag.


STUDIENDESIGN DER ZULASSUNGSSTUDIE EPOANE 3021

Einschlusskriterien:

  • De novo Niedrigrisiko-MDS (niedrig bis intermediär-1)
  • Hb ≤10 g/dl (10,5 g/dl im Falle einer vorangegangenen Transfusion)
  • Serum-Erythropoietin <500 mU/ml
  • Transfusionsbedarf ≤4 Erythrozyten-Einheiten/8 Wochen
  • ECOG (Eastern Cooperative Oncology Group)-Leistungsstatus ≤2
  • Ausreichende Eisen-, B12- und Folatspiegel.7

Studiendesign:

Randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte, multizentrischen Phase-III-Studie EPOANE 3021

130 Niedrigrisiko-MDS-Patienten wurden im Verhältnis 2:1 randomisiert, um entweder ERYPO® subkutan 450 IE/kg/Woche oder Placebo für 24 Wochen zu erhalten, gefolgt von einer doppelblinden Verlängerungsphase bis Woche 48 bei den Respondern.7  (►Abb. 9)

Primärer Endpunkt:

  • Erythroides Ansprechen (Erythroid Response, ER) bis zur 24. Woche nach den Kriterien der IWG-20067
  • Ein unabhängiges Response Review Committee (RRC) prüfte blind das Ansprechen, wobei es die Kriterien der IWG-2006 anwandte, aber auch Dosisanpassungen, Arzneimittelunterbrechungen und längere Beobachtungszeiträume berücksichtigte.7
  • Das durch das RRC bestimmte ER wurde definiert als: Anstieg des Hb-Levels um ≥1,5 g/dl gegenüber dem Ausgangswert und/oder eine relevante Verringerung der Erythrozyten-Transfusionseinheiten um mindestens 4 Transfusionen/8 Wochen im Vergleich zur Anzahl Transfusionen 8 Wochen vor Therapiebeginn, jeweils mindestens 2 Monate anhaltend.7

Sekundäre Endpunkte:

  • Dauer des ER über 48 Wochen7
  • Zeit bis zur Erythrozyten-Transfusion7
  • Anzahl der transfundierten Erythrozyten-Einheiten7
  • Lebensqualität (Functional Assessment of Cancer Therapy-Anemia/Fatigue (FACT-An), EuroQol 5-dimension (EQ-5D-3L))7

 

modifiziert nach 8

Abb. 9    Studiendesign der Phase-III-Studie EPOANE 30217


 

Quellen

  1. Leitlinienprogramm Onkologie. S3-Leitlinie: Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen; Langversion 1.2. November 2019. Verfügbar unter awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/032-054OLl_S3_Supportiv_2019-11.pdf. [08.05.2020].
  2. Bohlius J, Hallek M. 15.3 Tumoranämie und therapieinduzierte Myelosuppression. In: Garbe C, Hauschild A, Kaufmann R, et al., Herausgeber. Tumoren der Haut, 1st Aufl. Georg Thieme Verlag; 2010.
  3. Aktuelle ERYPO® FS Fachinformation.
  4. Jurado García JM, Torres Sánchez E, Olmos Hidalgo D, et al. Erythropoietin pharmacology. Clin Transl Oncol 2007;9(11):715–22
  5. Gascón P, Krendyukov A, Mathieson N, et al. Epoetin alfa for the treatment of myelodysplastic syndrome-related anemia: A review of clinical data, clinical guidelines, and treatment protocols. Leuk Res 2019;81:35–42.
  6. Jelkmann W. Körpereigene Produktion von Erythropoietin (EPO). Dtsch Z Sportmed 2013;2013(11).
  7. Fenaux P, Santini V, Spiriti MAA, et al. A phase 3 randomized, placebo-controlled study assessing the efficacy and safety of epoetin-α in anemic patients with low-risk MDS. Leukemia 2018;32(12):2648–58.
  8. Fenaux P, Santini V, Spiriti MAA, et al. Randomized, double-blind, placebo-controlled, multicenter study evaluating epoetin alfa versus placebo in anemic patients with IPSS low INT1 risk MDS. P248. Poster presented at 21st Congress of the European Hematology Association Copenhagen, Denmark, June 9–12, 2016.

Fachinformation: