Die Plaque-Psoriasis (Schuppenflechte)

Wie häufig ist die Plaque-Psoriasis?

Die Plaque-Psoriasis (Schuppenflechte) ist eine systemische, chronisch-entzündliche Erkrankung, die hauptsächlich Manifestationen an der Haut zeigt.1 Die Hautveränderungen (Plaques) können nur an einigen Stellen auftreten oder den ganzen Körper betreffen. Sie sind meist symmetrisch, scharf begrenzt, und sind mit weißen oder silbernen Schuppen bedeckt. Die Patienten leiden zudem unter Juckreiz, Stechen und Schmerzen.2

Die Schuppenflechte zählt zu den häufigsten Hauterkrankungen. Weltweit sind etwa 125 Millionen3 Menschen betroffen, in Deutschland leben über zwei Millionen Psoriasis-Patienten.4 Männer und Frauen erkranken ähnlich häufig.2 Die Psoriasis wird in einen Frühtyp (Typ-I-Psoriasis) und einen Spättyp (Typ-II-Psoriasis) eingeteilt. Während Betroffene mit Frühtyp vor allem zwischen der zweiten und dritten Lebensdekade erkranken, zeigt sich die Krankheit bei Psoriasis-Patienten mit Spättyp erst in der fünften bis sechsten Lebensdekade.5

In Deutschland leiden über 2 Millionen Menschen an Psoriasis.

Weltweit leiden etwa 125 Millionen Menschen an Psoriasis.3 In Deutschland sind es über 2 Millionen.4

Welche Psoriasis-Formen gibt es?

Abhängig von der Art der Hautveränderungen, dem Erscheinungsort, dem Alter bei Erkrankungsbeginn und dem Krankheitsverlauf wird die Schuppenflechte in mehrere Formen unterteilt:2

Plaque-Psoriasis (Psoriasis vulgaris):

  • Die häufigste Art der Schuppenflechte, betrifft zwischen 58 % und 97 % aller Patienten.2
  • Entzündlich-rote, scharf abgegrenzte, erhabene, trockene Plaques verschiedener Größe, zumeist bedeckt mit silbrigen oder weißen Schuppen.2
  • Befällt die Kopfhaut und den Bereich hinter den Ohren, die Streckseiten der Unterarme und Unterschenkel (bes. Ellbogen und Knie), Rumpf, Gesicht, Handflächen, Sohlen und Nägel.2

Psoriasis der Körperfalten:

  • Betrifft zwischen 12 % und 26 % aller Psoriasisfälle.2
  • Tiefrote oder weiße, flache, scharf abgegrenzte, feuchte Flecken oder Plaques, zumeist keine Schuppen.2
  • Befällt fast ausschließlich beugbare Körperstellen – Achselhöhlen, Ellenbeugen, Falten unter der Brust, Nabel, Leisten, Genitalbereich, Gesäßspalte, Kniekehlen und andere Körperfalten.2

Psoriasis guttata:

  • Betrifft zwischen 0,6 % und 20 % der auf Psoriasis diagnostizierten Personen und tritt zumeist in der Kindheit und Jugend auf.2
  • Rötliche, tropfenförmige Papeln und Plaques, hauptsächlich an Rumpf, Armen und Beinen.2
  • Der Beginn der Erkrankung ist mit einer Streptokokkeninfektion der oberen Atemwege und vorausgehenden Hautsymptomen verbunden.2

Psoriasis pustulosa:

  • Betrifft zwischen 1,1 % und 12 % aller Psoriasisfälle2
  • Verschmelzende Pusteln, mit nichtinfektiösem Eiter gefüllt.2
  • Befällt entweder kleine Gebiete wie die Handflächen, Fingerspitzen, Nägel und Fußsohlen oder kann nach einem Auslöser in einer einzigen Episode auf der ganzen Körperoberfläche auftreten.2

Psoriasis erythrodermica

  • Betrifft zwischen 0,4 % und 7 % aller Psoriasisfälle.2
  • Starke Rötung und Abschuppung eines Großteils der Körperoberfläche.2
  • Die schwerste Art der Erkrankung, potenziell lebensbedrohlich, da sie Hypothermie, Hypoalbuminamie und hyperzirkulatorische Herzinsuffizienz zur Folge haben kann.2

 

Welche Symptome verursacht die Plaque-Psoriasis?

Bei Plaque-Psoriasis verdickt und verhornt die Oberhaut (Epidermis) und es bilden sich gerötete, erhabene und schuppige Läsionen an der Hautoberfläche (Plaques) als Folge der unkontrollierten Teilung von Keratinozyten. Dies beeinträchtigt die Barrierefunktion der Haut. Die Plaques können überall am Körper auftreten.6  Besonders häufig betroffen sind die Kopfhaut und der Bereich hinter den Ohren, die Streckseiten der Unterarme und Unterschenkel (bes. Ellbogen und Knie), Rumpf, Gesicht, Handflächen, Sohlen und Nägel.2

Typische Symptome bei der Plaque-Psoriasis sind:2
 

Schuppung der Haut und/oder Kopfhaut

 

Schuppung der Haut und/oder Kopfhaut

Schwellung der Haut

 

Schwellung der Haut

Juckreiz

 

Juckreiz

Brennen der Haut

 

Brennen der Haut

Hautrötung

 

Hautrötung

Blutung der Haut

 

Blutung der Haut


Die Prävalenz der Nagelbeteiligung (Nagelpsoriasis) bei allen Psoriasis-Patienten mit unterschiedlichen Psoriasis-Formen liegt zwischen 4,2 und 69 %.2 Veränderungen der Nägel können zusammen mit dem Befall der Haut oder auch alleine auftreten und das einzige Symptom der Psoriasis sein. Die Nagelpsoriasis kann neben ästhetischen Einschränkungen zu Funktionseinschränkungen der Hände führen.2

Betroffene sind durch eine Psoriasis häufig stark in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt.2 Oft leiden sie unter Brennen und Jucken der Plaques.2 Sind erkrankte Hautpartien für andere sichtbar, fühlen sich viele Patienten stigmatisiert und stark belastet.2 Die Erkrankung kann Betroffene physisch und auch mental ähnlich stark beeinträchtigen wie z. B. koronare Herzkrankheiten, maligne Erkrankungen oder Diabetes mellitus.7

Die Ergebnisse von Forsa-Umfragen in der deutschen Bevölkerung zeigen: In vielen Fällen waren die Befragten gegenüber Psoriasis-Patienten voreingenommen. Oftmals ist die Erkrankung noch nicht als solche akzeptiert. So würden zum Beispiel 27 % der Befragten keine Partnerschaft mit einem Betroffenen eingehen und 23 % der Befragten nicht mit einem Betroffenen ins Schwimmbad gehen.8 Die Lebensqualität ist bei etwa einem Drittel der Psoriasis-Patienten stark beeinträchtigt.9


Mit welchen weiteren Erkrankungen kann die Plaque-Psoriasis einhergehen?

Mit den Hauterscheinungen bei Schuppenflechte gehen häufig systemische Entzündungsreaktionen einher. So können zahlreiche Begleiterkrankungen entstehen.

Etwa 30 % der Psoriasis-Patienten erkranken zusätzlich zu ihren Hauterscheinungen an einer Psoriasis-Arthritis (Abbildung).10  Auch Übergewicht, Diabetes mellitus, Bluthochdruck bzw. Fettstoffwechselstörungen und in der Folge ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko wurden bei Psoriasis-Patienten häufiger beobachtet als in der Normalbevölkerung.11  Das Risiko für rheumatoide Arthritis, Morbus Crohn, Depressionen bzw. Angststörungen ist bei Plaque-Psoriasis ebenfalls erhöht.12,13 Wichtig für die Betroffenen ist daher ein ganzheitliches Behandlungskonzept. Neben der medikamentösen Therapie können Patienten davon profitieren, wenn psychosoziale Probleme und Begleiterkrankungen in der Behandlung mitberücksichtigt werden und sie lernen, Triggerfaktoren zu vermeiden. Darüber hinaus sollte auf einen gesunden Lebensstil mit ausreichend Bewegung und gesunder Ernährung geachtet werden.

 

 

Gelenkbeteiligung bei Psoriasis-Arthritis.

 

 

Wodurch wird eine Psoriasis ausgelöst?

Die Ursache der Psoriasis ist ungeklärt, es gibt allerdings Hinweise auf eine genetische Veranlagung.14 So geht man heute davon aus, dass ein Kind mit einem erkrankten Elternteil mit einer Wahrscheinlichkeit von 16 % ebenfalls erkrankt. Leiden beide Eltern an Schuppenflechte, steigt das Risiko auf ca. 50 %.15

Die Rolle des Immunsystems ist derzeit ein Hauptschwerpunkt der Forschung.2 Demnach nimmt die Interleukin (IL)-23/T17-Helferzellen (TH17)-Achse offenbar eine zentrale Rolle ein.16  Für die psoriatische Entzündung scheint IL-23 das entscheidende Zytokin zu sein, das die Vermehrung und das Überleben der pathogenen TH17-Zellen reguliert.16 Sowohl IL-23 als auch TH17-Zellen sind in psoriatischen Plaques im Vergleich zu gesunder Haut vermehrt zu finden.17

IL-23 wird vor allem von dendritischen Zellen und Makrophagen produziert und bindet an den IL-23-Rezeptor der TH17-Zellen. Dadurch stimuliert es das Überleben und die vermehrte Teilung (Proliferation) der TH17-Zellen. Diese bilden daraufhin verschiedene weitere Zytokine, wie IL-17, IL 22 und TNF-α. Diese Effektorzytokine wirken auf die Keratinozyten ein und führen zu einer übermäßigen Teilung der Keratinozyten (pathologische Hyperproliferation) (Abbildung). In der Folge kommt es zur Bildung von Plaques, dem klinisch typischen Bild der Plaque Psoriasis.16

Zahlreiche äußere und innere Triggerfaktoren können die Psoriasis auslösen, z. B. leichte Verletzungen, Sonnenbrand, Infektionen, Arzneimittel oder psychische Belastungen und Stress.2

Am Entzündungsprozess bei Psoriasis sind aktivierte dendritische Zellen, IL-23, TH 17, IL-17, IL-22, TNFα, Keratinozyten und Zytokine beteiligt.

Entzündungsprozess bei Psoriasis (mod. nach 18).

Wie wird die Plaque-Psoriasis diagnostiziert?

Die Diagnose der Psoriasis basiert vor allem auf dem klinischen Erscheinungsbild der Läsionen. So kann beispielsweise das Auspitz-Phänomen wegweisend sein: Werden Schuppen psoriatischer Plaques entfernt, kommt es zu multiplen, feinen Blutungen. Auch Hautveränderungen an den typischen Prädilektionsstellen sowie die Beteiligung der Nägel lassen auf eine Psoriasis schließen. Gelegentlich kann es schwierig sein, eine Schuppenflechte von einem nummulären Ekzem, Tinea oder einem kutanen Lupus zu unterscheiden, bei Psoriasis guttata ist Pityriasis rosea eine wichtige Differentialdiagnose. In seltenen Fällen muss eine Mycosis fungoides ausgeschlossen werden. Bei intertriginöser Lokalisation müssen Intertrigo und Candidiasis in Betracht gezogen werden. In manchen Fällen ist die histologische Beurteilung von Biopsien aus den Grenzregionen der Hautläsionen zur Diagnosestellung nötig.2
 

Der Schweregrad der Psoriasis wird häufig mit dem sogenannten PASI-Score (Psoriasis Area and Severity Index) ermittelt. Er beschreibt die Dicke, Schuppung und Rötung der psoriatischen Läsionen. Zudem berücksichtigt er das Ausmaß der betroffenen Körperoberfläche an Kopf, Rumpf, Armen und Beinen. Bei maximaler Schwere der Psoriasis kann der PASI einen Wert von 72 erreichen. Um die Wirksamkeit einer Behandlung zu beurteilen, wird heute in vielen klinischen Studien das PASI 90-Ansprechen herangezogen. Eine Psoriasis-Therapie gilt demnach erst dann als „erfolgreich“, wenn eine Verbesserung um mindestens 90% des Ausgangswertes erreicht wurde.19 Der PASI-Wert gibt keine direkte Auskunft über die psychische Belastung. Die Lebensqualität von Psoriasis-Patienten kann z. B. mit dem Patientenfragebogen DLQI (Dermatology Life Quality Index) erfasst werden. Auskunft über den Anteil der betroffenen Körperfläche bei Psoriasis gibt der BSA (Body Surface Area)-Wert.20

 


 Psoriasisdiagnose

 

Schweregrade der Plaque-Psoriasis

Als Folge neuer Erkenntnisse zur Pathogenese der Schuppenflechte im vergangenen Jahrzehnt hat sich das Therapiespektrum deutlich erweitert. Neben individuellen Faktoren richtet sich die Auswahl der Behandlungsoptionen bei Plaque-Psoriasis vor allem nach dem Schweregrad der Erkrankung.20,21

Schweregrade entsprechend der S3-Leitlinie:20

  • leichte Psoriasis:
    • Körperflächenbefall gemäß BSA ≤ 10 %, Schweregrad gemäß PASI-Score ≤ 10 und Einschränkung der Lebensqualität entsprechend DLQI ≤ 10
  • mittelschwere bis schwere Psoriasis:
    • BSA > 10 % oder PASI > 10 Punkte und DLQI > 10 
    • Unabhängig von weiteren Parametern bei Vorliegen von:
      • ausgeprägter Erkrankung von sichtbaren Arealen
      • ausgeprägter Erkrankung der Kopfhaut, Erkrankung des Genitalbereichs
      • Erkrankung der Handflächen und Fußsohlen
      • Onycholyse oder Onychodystrophie von mindestens zwei Fingernägeln
      • Jucken und damit einhergehendes Kratzen
      • Vorliegen therapieresistenter Plaques

Schweregrade entsprechend Onkoderm-Behandlungspfad:21

  • leichte Psoriasis:
    • BSA und PASI < 10, Fehlen sensitiver Areale*
    • BSA und PASI < 10, sensitive Areale* und DLQI < 10
  • mittelschwere bis schwere Psoriasis:
    • BSA und PASI < 10, sensitive Areale* und DLQI ≥ 10
    • BSA oder PASI 10 bis < 20 und DLQI ≥ 10
    • BSA und PASI ≥ 20 und DLQI < 20
  • sehr schwere Psoriasis:
    • BSA und PASI ≥ 20 und DLQI ≥ 20

* besondere Psoriasis-Manifestationen und Lokalisationen, diese sind: 1. deutlich sichtbare Körperregionen, wie Gesicht und Kopf, Unterarme, Hände und Fingernägel, 2. intertriginöse Körperregionen, wie Rima ani, Bauchfalten oder die submammären Bereiche, die ein erhöhtes Irritationspotential aufweisen und dadurch schmerzhaft sein können, 3. der Genitalbereich, 4. Plantarregion, häufig kombiniert mit ausgeprägter Rhagadenbildung im Fersenbereich und häufig infolgedessen schmerzbedingter Einschränkung der Gehstrecke.


Wie wird eine Plaque-Psoriasis behandelt?

Therapie entsprechend S3-Leitlinie20

  • Bei leichter Psoriasis wird gemäß S3-Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris mit topischer Therapie behandelt.
  • Liegt eine mittelschwere bis schwere Form der Erkrankung vor, werden in der Erstlinientherapie die Phototherapie (Bestrahlung mit UV-Licht) und konventionelle systemische Behandlungsoptionen eingesetzt. Wenn Phototherapie und konventionelle systemische Therapien keinen ausreichenden Behandlungserfolg erwarten lassen**, kontraindiziert sind oder bei deren Anwendung ein unzureichender Therapieerfolg bzw. eine Unverträglichkeit vorliegen, kann eine Therapie mit Biologika oder einem PDE4-Hemmer angezeigt sein.

** z. B. bei besonders schwerer Ausprägung (z. B. PASI ≥ 20) oder rascher Verschlechterung oder schwerer Beteiligung der Nägel oder des Genitalbereichs oder der Kopfhaut oder besonders hoher Beeinträchtigung der Lebensqualität (z. B. DLQI ≥ 15)

Therapie entsprechend Onkoderm-Behandlungspfad21

  • Entsprechend dem Onkoderm-Behandlungspfad wird bei leichter Psoriasis eine topische Therapie oder Fototherapie empfohlen.
  • Bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis kommen eine konventionelle systemische Therapie bzw. eine ambulante Balneofototherapie zur Anwendung.
  • Bei sehr schwerer Psoriasis wird die Anwendung eines Interleukin-23-Antikörpers, Interleukin 17/R-Antikörpers oder bestimmter Tumornekrosefaktor-α-Antikörper empfohlen.
  • Die Zweitlinientherapie sowohl bei mittelschwerer bis schwerer als auch bei sehr schwerer Psoriasis erfolgt mit einem Interleukin-23-Antikörper, Interleukin 17/R-Antikörper, Tumornekrosefaktor-α Antikörper, Interleukin 12/23-Antikörper, konventioneller Systemtherapie oder einem Phosphodiesterase 4 Inhibitor


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Wie ist der Krankheitsverlauf bei Plaque-Psoriasis?

Die Psoriasis ist eine chronische, nicht heilbare Erkrankung mit schubförmigem Verlauf. Der natürliche Krankheitsverlauf der Psoriasis ist nicht vorhersehbar. Betroffene benötigen häufig lebenslang eine Behandlung.2

Therapieziele entsprechend S3-Leitlinie20

Ziel der Behandlung bei Schuppenflechte ist entsprechend der deutschen S3-Leitlinie die Erscheinungsfreiheit und damit die Abwesenheit von kutanen Symptomen.20 Als „minimales Therapieziel“ am Ende einer Induktionstherapie wird das Erreichen eines PASI 75-Ansprechens erachtet. Bei Vorliegen von Kriterien wie einer ausgeprägten Erkrankung von sichtbaren Arealen, ausgeprägten Erkrankung der Kopfhaut, Erkrankung des Genitalbereichs, Erkrankung der Handflächen und Fußsohlen, Onycholyse oder Onychodystrophie von mindestens zwei Fingernägeln, Jucken und damit einhergehendem Kratzen, oder dem Vorliegen therapieresistenter Plaques empfehlen die Autoren zudem, das Erreichen des individuell für diese Form der Beteiligung festgelegte Therapieziels (z.B. unter Verwendung entsprechender Scores wie dem NAPSI [Nail Psoriasis Severity Index]) zu prüfen und die Therapie bei nicht Erreichen entsprechend anzupassen.20

In klinischen Studien wird mittlerweile zumeist das Erreichen eines PASI 90-Ansprechens angestrebt.19 Für den Praxisalltag wird in der deutschen S3-Leitlinie das Erreichen eines absoluten PASI-Werts ≤ 3 oder eines DLQI ≤ 2 diskutiert.20

Therapieziele entsprechend Onkoderm-Behandlungspfad21

Im Onkoderm-Behandlungspfad wird die Fokussierung auf einen absoluten PASI-Wert empfohlen. Demnach ist in der täglichen Praxis bzw. in klinischen Studien zu beobachten, dass in der Dauertherapie zufriedenstellende DLQI-Werte < 3 bzw. DLQI 0 oder 1 bei einem Großteil der Patienten bei absoluten PASI-Werten unter 3 zu erreichen sind. Therapieansprechen und Patientenzufriedenheit sollten alle drei Monate dokumentiert werden.

Liegt ein PASI < 3 vor, wird das Fortführen der Therapie empfohlen, gleiches gilt bei PASI 3 – 6 und einem DLQI ≤ 3. Wird bei einem PASI 3 – 6 ein DLQI ≥ 3 erfasst, oder liegt ein PASI > 6 vor, wird empfohlen, die Therapie zu modifizieren (Abbildung).


Onkoderm-Behandlungspfad bei Plaque-Psoriasis21

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Psoriasis im Jahr 2014 als besonders versorgungsrelevante, nicht ansteckende sowie chronische Erkrankung eingestuft. Obwohl die Ergebnisse der Deutschland-weiten Studie PsoHealth 3 zeigen, dass in der Versorgung von Psoriasis-Patienten in den vergangenen Jahren große Fortschritte erzielt wurden, werden zahlreiche Betroffene nach wie vor nicht angemessen behandelt.4


Hilfreiche Websites und Videos zu Plaque-Psoriasis

Digitales Krankheitsbild der Plaque-Psoriasis

Die Webseite Schuppenflechte 360° bietet Patient:innen mit Schuppenflechte (Plaque-Psoriasis) und Angehörigen ausführliche Informationen und Tipps, um ein unbeschwertes Leben mit der Hauterkrankung führen zu können.

Schuppenflechte 360° ist in vier Themenbereiche aufgeteilt. Hier werden alle Informationen anschaulich zusammengefasst:

Unter „Psoriasis verstehen“ werden Ursachen und Auslöser sowie die verschiedenen Formen der Psoriasis erläutert. Mythen zur Hautkrankheit werden aufgeklärt und häufig gestellte Fragen kurz und prägnant beantwortet.

Die Webseite Schuppenflechte 360° gibt Patienten und Angehörigen hilfreiche Tipps rund um das Leben mit Psoriasis.

Unter „Psoriasis behandeln“ wird der Diagnose-Prozess, Faktoren für die richtige Therapiewahl und die Wichtigkeit einer Therapietreue geschildert.

Umfassende Hilfestellungen und Tipps zum Leben mit der Krankheit finden Interessierte im Themenbereich „Mit Psoriasis leben“.

Unter „Service“ stehen neben einer Facharzt-Suchfunktion, Anlaufstellen und Selbsthilfegruppen auch Broschüren zum Download bereit.

Hier geht es zur Website Schuppenflechte 360°


Patient:innen-Unterstützungsprogramm Mein BeWegbereiter

Mein BeWegbereiter ist ein vielfältiges Online-Programm zur Unterstützung der Therapieergebnisse und Krankheitssymptomatik von Patient:innen mit Plaque-Psoriasis. Es wurde gemeinsam von Janssen und der Hautklinik des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein in Kiel entwickelt.

Das Online-Programm Mein BeWegbereiter verbessert die Lebensqualität von Psoriasis-Patienten.

Mein BeWegbereiter hilft Psoriasis-Patient:innen dabei, auf eine gesunde Ernährung und ausreichend körperlicher Bewegung zu achten. Medikamentöse Therapien können die Symptome von Psoriasis-Patient:innen lindern und die Lebensqualität stark verbessern. Jedoch haben Lebensstilfaktoren auch einen großen Einfluss auf den Verlauf der Erkrankung.

Herzstück von Mein BeWegbereiter ist ein Ernährungsmodul, mit dem Psoriasis-Patient:innen ein personalisiertes Ernährungstagebuch führen und -bilanzen protokollieren können. Mit ausgewogenen Rezepten und planbaren Einkaufslisten, erhalten Patient:innen täglich wechselnde Inspirationen für eine ausgeglichene und gesunde Ernährung.

Neben einem übergreifenden Gesundheitsmodul bietet Mein BeWegbereiter auch ein umfangreiches Bewegungsmodul. Dieses Bewegungsmodul wurde von Sportwissenschaftlern der Deutschen Sporthochschule Köln evaluiert und ist an die Bedürfnisse von Psoriasis-Patient:innen angepasst. Einfache Videos zu Gelenk- und Kraftübungen werden u. a. durch einen Trainingsplan begleitet.

Das Online-Programm ist für Betroffene und Interessierte kostenlos:

Hier geht es zur Website www.bewegbereiter.de

 

Bewegende Geschichte eines betroffenen Psoriasis-Patienten

Mehr leben im Leben – Haralds Geschichte

Als Harald gerade mal 15 Jahre alt ist, ändert sich sein Leben schlagartig: Seine Haut schuppt sich großflächig, ist gerötet und entzündet sich. Die Diagnose ist Plaque-Psoriasis. Die Krankheit wird für ihn auch zu einer seelischen Belastung. Als er 2010 eine medikamentöse Therapie findet, die dauerhaft hilft, erhält er damit ein ganz neues Lebensgefühl.

Hier sehen Sie Haralds Geschichte zum Leben mit Schuppenflechte:

Hinweise

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Quellen

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  2. World Health Organization, Global report on psoriasis 2016, apps.who.int/iris/bitstream/10665/204417/1/9789241565189_eng.pdf, letzter Zugriff Mai 2021
  3. International Federation of Psoriasis Associations, ifpa-pso.com/wp-content/uploads/2017/01/IFPA-inforgaphic-2.pdf, letzter Zugriff Mai 2021.
  4. Augustin M et al., Arch Dermatol Res 2016;308:389-400.
  5. Mrowietz U et al., Dtsch Arztebl Int 2009;106(1-2):11-19.
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  7. Rapp SR et al., J Am Acad Dermatol 1999;41:401-407.
  8. Sommer R et al., J Dtsch Dermatol Ges 2018;16:703-710.
  9. Augustin M et al., Dermatology 2008;216(4):366-372.
  10. Mease PJ et al., J Am Acad Dermatol 2013;69(5):729-735.
  11. Sommer DM et al., Arch Dermatol Res 2006;298(7):321-328.
  12. Augustin M et al., Br J Dermatol 2010;162(3):633-636.
  13. McDonough E et al., J Rheumatol 2014;41(5):887-896.
  14. Harden JL et al., J Autoimmun 2015;64:66-73.
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  19. EMA Guideline on clinical Investigation of Medicinal Products indicated for the Treatment of Psoriasis, ema.europa.eu/en/documents/scientific-guideline/guideline-clinical-investigation-medicinal-products-indicated-treatment-psoriasis_en.pdf, letzter Zugriff Mai 2021
  20. S3-Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris, Update awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/013-001l_S3_Therapie-Psoriasis-vulgaris_2021-04.pdf, letzter Zugriff Mai 2021.
  21. Onkoderm. Empfehlungen für die ambulante Versorgung von Psoriasis vulgaris – aktualisierte praxisnaher Behandlungspfad. Psoriasis aktuell 2019; 1-24.

EM-62009