Behandlung und Therapieziele der Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen

 

 

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) erkennen: Die Diagnose

Trotz auffälliger Klinik kann es dauern, bis die Diagnose vorliegt. Die Diagnostik einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED) umfasst häufig klinische, laborchemische, endoskopische, radiologische und pathomorphologische Untersuchungen.1,2 Ein diagnostischer Goldstandard fehlt bislang.3

Neben der körperlichen Untersuchung sind folgende Parameter für die Diagnostik einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED) wesentlich:2,3

  • Familienanamnese
  • Labordiagnostik (Blutbild, Entzündungsstatus, Eisenhaushalt, Nierenfunktion, Transaminasen und Gamma-Glutamyltransferase)
  • intestinale Infektionen
  • bildgebende Verfahren wie Koloskopie, Sonografie und Radiologie

Untersuchungsmethoden zur Diagnose chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen - Grafik

Mögliche Untersuchungsmethoden zur Diagnose chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen (CED)

Entscheidend für die Diagnose eines Morbus Crohn oder einer Colitis ulcerosa ist vor allem die histologische Lokalisation. Bei einer Minderheit der Patienten ist eine exakte Zuordnung allerdings nicht möglich. Diese Form wird „indeterminierte Colitis“ genannt.2


Wie können chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) verlaufen?

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) können je nach Patient sehr unterschiedliche verlaufen. Nach einem ersten akuten Schub kann bei vielen Patienten eine längere Ruhephase auftreten.4 Andere zeigen einen steroidrefraktären oder steroidabhängigen Verlauf.1 Klinische Parameter, die auf einen ungünstigen Verlauf bei Morbus Crohn hinweisen, sind ein jüngeres Alter bei Erstmanifestation (unter 40 Jahre), hohe CRP-Werte und perianale Läsionen (Marisken, Fissuren, Abszesse und Fisteln).1


Wie werden Morbus Crohn und Colitis ulcerosa behandelt?

Die Therapie von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) sollte individuell an den Patienten angepasst werden. Wichtige Kriterien sowohl im akuten Schub als auch für das Erreichen einer dauerhaften Remission sind u.a: das endoskopische Befallsmuster, der bisherige Krankheitsverlauf und die -dauer, das Ansprechen auf vorangegangene Therapien sowie aufgetretene Nebenwirkungen.2

Verschiedene Möglichkeiten stehen zur Behandlung chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen (CED) zur Verfügung. Dazu zählen zum einen entzündungshemmende Wirkstoffe wie Aminosalizylate, Kortikosteroide und klassische Immunsuppressiva. Bei mittelschweren bis schweren aktiven Verläufen kommen auch Biologika zum Einsatz. Es stehen verschiedene Biologika zur Verfügung, die sich insbesondere bzgl. Wirkmechanismus und Anwendung unterscheiden können.
 

 

Therapieoptionen chronisch-entzündlicher Darmerkrankung (CED) - Grafik

 

 

Zu den möglichen Therapieoptionen chronisch-entzündlicher Darmerkrankung (CED) zählen u.a. Kortison, Immunsuppressiva und Biologika.

 


Warum ist es so wichtig, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) umfassend zu behandeln?

Die Patienten sollen durch eine passende Therapie ein möglichst normales Leben führen können. Es geht darum, die Symptome zu lindern und Entzündungsreaktionen frühzeitig und dauerhaft einzudämmen. Das schützt vor langfristigen strukturellen Schäden im Verdauungstrakt (einschließlich Folgeerkrankungen wie Neoplasien) und kann Komplikationen wie Fistelbildung und Stenosen vermindern.2,5 Eine Heilung der Schleimhäute kann u.a. auch dazu beitragen, dass die Erkrankung langsamer fortschreitet und die Patienten seltener ins Krankenhaus eingewiesen und operiert werden müssen.6

Eine adäquate Therapie kann die Lebensqualität von Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) ganz entscheidend verbessern. Neben der medikamentösen Therapie sollten psychosoziale Aspekte, die mit einer chronischen Erkrankung einhergehen, z.B. in Form einer Psychotherapie einbezogen werden.2,5

 

Interview mit PD Dr. Irina Blumenstein

Sehen Sie im Interview mit PD Dr. Irina Blumenstein, warum eine umfassende Therapie der Colitis ulcerosa wichtig ist:

PD Dr.  Irina Blumenstein im Videointerview

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Quellen

  1. Wehkamp J et al., Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 72–82. doi.org/10.3238/arztebl.2016.0072.
  2. Kucharzik T et al., Aktualisierte S3-Leitlinie Colitis Ulcerosa AWMF-Register-Nr. 021/009, Z Gastroenterol 2018;56:1087–1169; doi.org/10.1055/a-0651-8174.
  3. Maaser C et al., Journal of Crohn's and Colitis, 2019, 144–164K;doi:10.1093/ecco-jcc/jjy113.
  4. Lange K, Stallmach A, Dtsch Med Wochenschr 2014; 139: 714–717;doi:10.1055/s-0034-1369842.
  5. Preiß JC et al., Aktualisierte S3-Leitlinie Morbus Crohn, AWMF-Registriernummer: 021–004, Z Gastroenterol 2014; 52:1431–1484; doi.org/10.1055/s-0034-1385199.
  6. Peyrin-Biroulet L et al., Am J Gastroenterol 2015;110:1324-1338.