DAS MAMMAKARZINOM

Das Mammakarzinom – Wissenswertes zu Häufigkeit, Symptomen, Diagnose und Therapie

 

Was ist das Mammakarzinom (Brustkrebs)?

Das Mammakarzinom ist eine maligne Veränderung der Brustdrüse und die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland.1 Wird die Erkrankung rechtzeitig diagnostiziert, bestehen im Vergleich zu anderen Krebsarten gute Heilungschancen. Da die betroffenen Frauen im frühen Stadium meistens noch keine Beschwerden haben, werden regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen empfohlen.

Brustkrebs gilt in erster Linie als Frauenkrankheit, Männer können aber ebenfalls daran erkranken. Risiko und Sterblichkeitsrate sind hier jedoch deutlich geringer, daher werden für Männer auch keine Untersuchungen zur Früherkennung empfohlen.2,3

Das Mammakarzinom tritt am häufigsten im oberen äußeren Quadranten der Brust einschließlich dem Übergang zur Achsel auf (55 % der Karzinome). Der obere innere Quadrant und die Mamille sind mit 15 % gleich häufig betroffen. Ein Mammakarzinom im unteren äußeren Quadranten kommt bei etwa 10 % der Frauen vor, ein Karzinom des unteren inneren Quadranten nur bei etwa 5 %.4

 

Zahlen zum Mammakarzinom (Brustkrebs) in Deutschland

In Deutschland erkranken jährlich rund 69.000 Frauen und 700 Männer an Brustkrebs.1 Eine von acht Frauen ist im Laufe ihres Lebens von Brustkrebs betroffen, damit ist das Mammakarzinom die häufigste Krebserkrankung bei Frauen.1 Die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung steigt mit zunehmendem Alter, es sind jedoch auch junge Frauen betroffen. Das mittlere Alter der Patientinnen bei der Diagnose liegt bei 64 Jahren. Fast drei von zehn Frauen sind zu diesem Zeitpunkt jünger als 55 Jahre. Bei den Männern liegt das mittlere Erkrankungsalter bei 72 Jahren.1

 

Mammakarzinom: Ursachen und Risikofaktoren

Für die Ursachen des Mammakarzinoms gibt es bis heute keine umfassende wissenschaftliche Erklärung, da bei der Entstehung von Brustkrebs unterschiedliche Risikofaktoren eine Rolle spielen können. Veränderungen der Brust haben häufig hormonelle, durch das Zusammenspiel von Östrogen und Progesteron bedingte Ursachen. Faktoren wie z. B. der individuelle Lebensstil oder eine genetische Disposition können ebenfalls Einfluss nehmen. Damit sich tatsächlich ein Tumor entwickelt, spielen jedoch meist mehrere Risikofaktoren zusammen.

Dazu gehören vor allem:1

Höheres Lebensalter

Familiäre Disposition (Häufung von Brust- oder Eierstockkrebs bei nahen Verwandten)

Eine frühe erste/späte letzte Regelblutung

Übergewicht und Bewegungsmangel nach den Wechseljahren

Kinderlosigkeit oder ein höheres Alter bei der ersten Geburt

Alkohol

Hormonersatztherapie 

Rauchen

Sehr dichtes Brustdrüsengewebe oder gutartige Brustveränderungen

 

 

Wie die Risikofaktoren zeigen, lässt sich das Risiko einer Erkrankung zu einem gewissen Grad beeinflussen. Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen geht man davon aus, dass etwa 25 % der Brustkrebserkrankungen durch weniger Alkohol, den Verzicht auf Nikotin, eine gesunde Ernährung und ausreichende Bewegung vermieden werden können.2 Eine Garantie, nicht an Brustkrebs zu erkranken, ist ein gesunder Lebensstil allerdings nicht.

Häufig diskutierte Umweltfaktoren wie z. B. aluminiumhaltige Deodorants und Brust-Silikonimplantate spielen nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft keine Rolle für das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken.2

 

Mammakarzinom: Symptome

Das Mammakarzinom verursacht bei Patientinnen im frühen Stadium der Erkrankung häufig noch keine Symptome. Erst wenn der Brustkrebs schon weiter fortgeschritten ist, treten in der Regel Beschwerden auf. Für eine Früherkennung des Mammakarzinoms sind die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen daher entscheidend. Frauen sollten außerdem selbst in regelmäßigen Abständen ihre Brust abtasten und auf Veränderungen hin untersuchen.

Folgende Symptome an der Brust können auf ein Mammakarzinom hinweisen:5

  • Veränderung der Brustgröße
  • Verformung der Brust beim Heben der Arme
  • Veränderung der Brustwarzen
  • Hautrötung oder Schuppenbildung auf der Haut
  • Austritt klarer oder auch blutiger Flüssigkeit aus der Brustwarze
  • Verhärtungen im Gewebe bzw. Knoten oder Schwellungen in Brust oder Achselhöhle
  • Schmerzen in der Brust

Weitere Symptome zeigen sich vor allem dann, wenn der Tumor Metastasen außerhalb der Brustdrüse gebildet hat. Knochen, Lunge und Leber sind hier die am häufigsten betroffenen Bereiche des Körpers.6

 

Mammakarzinom: Diagnose

Je früher die Diagnose eines Mammakarzinoms erfolgt, umso höher sind die Heilungschancen. Für die Früherkennung von Brustkrebs und die Abklärung auffälliger bzw. unklarer Symptome steht eine Reihe von Diagnoseverfahren zur Verfügung.

Die klinische Brustuntersuchung bietet ersten Aufschluss über mögliche tastbare maligne Tumoren. Dazu werden die Brüste und Brustwarzen sowie die Lymphknoten bis hin zu den Achselhöhlen auf Schwellungen, Verhärtungen, Rötungen, Entzündungen oder Formveränderungen untersucht. Frauen wird darüber hinaus empfohlen, regelmäßig selbst ihre Brust auf Veränderungen hin abzutasten.

Die Mammographie ergänzt als bildgebendes Verfahren die Diagnose bei einem auffälligen Befund der klinischen Untersuchung und ist eine weitere diagnostische Maßnahme für die Früherkennung von Brustkrebs. Sie wird allen Frauen – auch ohne Symptome und Beschwerden – zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre als Vorsorgeuntersuchung angeboten.3 Sie ermöglicht einen guten Überblick über das Brustgewebe und ist daher für die Diagnose nicht tastbarer Tumoren besonders wichtig. Die Mammographie ist die einzige Methode mit gesicherter Reduktion der Mortalität beim Mammakarzinom.3 Die Kosten für das Mammographie-Screening im Rahmen der Brustkrebsvorsorge werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.7

Derzeit wird angenommen, dass in Europa durch das Mammographiescreening bei 1.000 Frauen bis zu 8 Leben gerettet werden können. Die Rate an Überdiagnosen beträgt 6,5 %. Das bedeutet, dass unter 1.000 Frauen 71 statt 67 Frauen von ihrem Mammakarzinom erfahren, das zu Lebzeiten nicht bekannt geworden wäre.3 Bezogen auf Deutschland zeigen sich bei 2,4 % der Patientinnen bei der Mammographie falsch-positive Befunde, bei denen der Verdacht auf ein Karzinom im Rahmen einer nachfolgenden Biopsie ausgeschlossen werden kann.8

Die Mammasonographie kommt zum Einsatz, wenn der Befund der Mammographie auffällig oder nicht eindeutig ist, z. B. aufgrund von sehr dichtem Drüsengewebe. Als alleinige Methode zur Früherkennung reicht die Mammasonographie allerdings nicht aus. Sie kann ergänzend aber auch bei Frauen mit genetisch bedingtem hohem Brustkrebsrisiko durchgeführt werden.2

Nur die Biopsie kann beim Mammakarzinom eine eindeutige Auskunft darüber geben, ob eine benigne oder maligne Veränderung der Brust vorliegt. Um ihre Aussagekraft abzusichern, werden dabei mehrere Gewebeproben aus der Brust entnommen und labortechnisch untersucht. Für die Biopsie gibt es zwei Methoden, die Stanzbiopsie oder die Vakuumbiopsie. Bei der Stanzbiopsie wird mithilfe einer dünnen Hohlnadel Gewebe ausgestanzt, bei der Vakuumbiopsie Gewebe mittels Unterdrucks durch eine dickere Nadel angesaugt.5 Aus den Gewebeproben werden außerdem der Hormonrezeptorstatus, das heißt der Progesteron- und Östrogenrezeptorstatus, und der HER2-Status bestimmt. Für die spätere Therapieentscheidung liefern diese Ergebnisse wichtige Anhaltspunkte.

Weiterführende bildgebende Verfahren kommen beim Mammakarzinom eher selten zum Einsatz und werden vor allem dann durchgeführt, wenn die vorangegangene Diagnostik auf einen aggressiven Tumor hinweist. Mit ihrer Hilfe lässt sich überprüfen, ob der Tumor bereits Metastasen in anderen Bereichen gebildet hat. Dafür stehen die Magnetresonanztomografie (MRT), die Computertomografie (CT) und die Knochenszintigrafie/Skelettszintigrafie zur Abklärung, ob der Tumor in die Knochen metastasiert hat, zur Verfügung.

 

Mammakarzinom: Stadien und Formen

Mammakarzinome werden im Wesentlichen in ein frühes Stadium (lokal begrenztes Mammakarzinom) und ein fortgeschrittenes Stadium (rezidiviertes oder metastasiertes Mammakarzinom) eingeteilt. Maßgeblich ist hier die TNM-Klassifikation, wobei T die Ausdehnung des Primärtumors beschreibt, N angibt, ob benachbarte Lymphknoten befallen sind, und M beschreibt, ob Metastasen in anderen Organen gefunden wurden.5
Anhand der TNM-Klassifikation kann anschließend das Mammakarzinom in vier UICC-Stadien (Union Internationale Contre le Cancer) eingeteilt werden. Je höher das Tumorstadium, desto ungünstiger ist in der Regel die Prognose.5

 

Frühes Mammakarzinom

Beim duktalen Carcinoma in situ (DCIS) handelt es sich um eine Vorstufe des Mammakarzinoms, das sich aus den Zellen der Milchgänge entwickelt. Es wächst nur lokal begrenzt, ohne die Grenzen des Milchgangs zu durchbrechen und in umliegendes Gewebe einzudringen, und bildet keine Metastasen.5 Eine weitere Vorstufe des Mammakarzinoms, das lobuläre Carcinoma in situ (LCIS) entsteht aus den Zellen des Drüsenlappens. Bei 70 bis 80 % der Vorstufen handelt es sich um eine DCIS, mit 10 bis 15 % ist das LCIS deutlich seltener.

DCIS und LCIS zählen zu den sogenannten Risikoläsionen für ein Mammakarzinom. Bei schätzungsweise 60 % der Frauen mit einem DCIS entwickelt sich im weiteren Verlauf ein invasives Mammakarzinom.

Zur Therapie des frühen Mammakarzinoms

Metastasiertes und/oder rezidiviertes Mammakarzinom

Bei einem lokal oder lokoregional rezidivierten Mammakarzinom bildet sich der Tumor an der gleichen Stelle oder im näheren Umfeld der Ersterkrankung. Wächst er nur begrenzt, haben die Betroffenen meist die gleichen Heilungschancen wie beim ersten Auftreten des Mammakarzinoms.
Wenn bei einem Rezidiv oder bereits bei der Ersterkrankung Absiedlungen des Tumors im Körper vorhanden sind und der Brustkrebs zum Beispiel in die Knochen metastasiert hat, ist eine Heilung nur noch in Ausnahmefällen möglich. Die Wahrscheinlichkeit einer Metastasenbildung liegt bei Brustkrebs bei ca. 25 %. Etwa 3 % aller Brustkrebs-Patientinnen haben bereits bei der Erstdiagnose Metastasen.
Von einem lokalen oder lokoregionalen Rezidiv sind bis zu 10 % der Patientinnen betroffen.2 Um ein mögliches rezidividertes Mammakarzinom so früh wie möglich zu entdecken und damit die Heilungschancen zu erhöhen, ist es wichtig, die Betroffenen darauf hinzuweisen, ihren Körper aufmerksam zu beobachten und die Nachsorgeuntersuchungen gewissenhaft und regelmäßig wahrzunehmen.
 

Zur Therapie des metastasierten Mammakarzinoms

 

Mammakarzinom: Therapie

Für die Therapie des Mammakarzinoms stehen verschiedene Optionen zur Verfügung. Welche Behandlung im Einzelfall für die Patientin die richtige ist, hängt von verschiedenen Faktoren. Entscheidend für die Auswahl der Therapie sind beispielsweise das Stadium des Mammakarzinoms und der Hormonrezeptor- bzw. HER2-Status.

 

Therapie des frühen Mammakarzinoms

Ziel der Behandlung des Mammakarzinoms im Frühstadium ist es, den Tumor vollständig zu beseitigen. Hierfür stehen operative Verfahren, Strahlentherapie und medikamentöse Therapien zur Verfügung. Diese können einzeln oder in Kombination eingesetzt werden.

Basis der Therapie beim frühen Mammakarzinom ist die vollständige Resektion des Tumors im Rahmen einer Operation. Diese kann unter Erhalt der Brust erfolgen oder auch eine vollständige Entfernung der Brust (Mastektomie) mit der Möglichkeit eines anschließende Brustaufbaus erforderlich machen.3 Der Aufbau der Brust kann sofort nach der Entfernung der Brust während der gleichen Operation oder später, beispielsweise nach einer medikamentösen und/oder Strahlentherapie, in einer zweiten Operation erfolgen.2

Die Brust kann mit körperfremdem Material (Implantate), körpereigenem Gewebe oder einer Kombination aus beidem wiederaufgebaut werden. Vor Einsetzen eines Implantats kann gegebenenfalls Haut und Brustmuskel zunächst mit einem Expander gedehnt werden, der später gegen das eigentliche Implantat ausgetauscht wird. Die Rekonstruktion mit körpereigenem Material kann auf zwei Arten erfolgen: Entweder wird Haut- und Fettgewebe aus Rücken oder Bauch mit den sie versorgenden Blutgefäßen und begleitender Muskulatur verpflanzt, oder Haut- und Fettgewebe von Bauch oder Gesäß werden mit den versorgenden Blutgefäßen an die Blutgefäße im Bereich des Brustkorbs angenäht. Musste der Warzenhof und die Brustwarze ebenfalls entfernt werden, kann mithilfe einer Hautplastik eine neue Brustwarze geschaffen werden und der Warzenhof auf die Haut tätowiert werden.2 Die Kosten für den Brustaufbau übernehmen die Krankenkassen.

Sind auch die benachbarten Lymphknoten in der Achselhöhle von Krebszellen befallen, werden diese bei der Operation ebenfalls entfernt (Axilladissektion). Meist reicht es, die Wächterlymphknoten, das heißt die Lymphknoten in unmittelbarer Nähe des Tumors, zu entfernen. An eine Operation des Mammakarzinoms schließt sich in vielen Fällen eine Strahlentherapie an.3

Eine Strahlentherapie beim Mammakarzinom wird in den meisten Fällen nach einer brusterhaltenen Operation durchgeführt. Sind die Lymphknoten der Achselhöhle von Krebszellen befallen, können diese alternativ oder zusätzlich zu einer operativen Entfernung mit einer Strahlentherapie behandelt werden. Ziel der Strahlentherapie ist es, nach einer Operation im Körper verbliebene Tumorzellen zu zerstören, um ein Rezidiv oder eine Metastasenbildung zu verhindern.3

Eine Chemotherapie kann beim Mammakarzinom neoadjuvant (vor einer Operation) oder adjuvant (nach einer Operation) durchgeführt werden. Ziel einer neoadjuvanten Chemotherapie ist es, den Tumor so zu verkleinern, dass er während einer Operation vollständig entfernt werden kann. Eine adjuvante Chemotherapie wird durchgeführt, um nach einer operativen Entfernung des Tumors noch im Körper vorhandene Tumorzellen abzutöten. Sie kann gegebenenfalls bei Patientinnen durchgeführt werden, die jünger als 35 Jahre sind, bei denen Lymphknoten befallen sind oder bei denen eine aggressive Form des Mammakarzinoms vorliegt.3

Für Frauen mit einem HER2-positiven Mammakarzinom steht in Kombination mit einer Chemotherapie eine zielgerichtete Therapie mit einem Antikörper zur Verfügung, der an den epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor HER2/neu bindet und so die Zellproliferation hemmen kannn.3

Eine endokrine Therapie kann bei einem hormonsensitiven (östrogen- und/oder progesteronrezeptor-positiven) Mammakarzinom nach einer Operation bzw. einer Chemotherapie durchgeführt werden und dauert meist mindestens 5 Jahre. Für die endokrine Therapie stehen Antiöstrogene und verschiedene Aromatasehemmer zur Verfügung. Welche Wirkstoffe für die Antihormontherapie eingesetzt werden können, hängt unter anderem auch davon ab, ob sich die Patientin vor oder nach den Wechseljahren befindet. Vor den Wechseljahren wird eine endokrine Therapie oftmals mit einem Antiöstrogen gegebenenfalls in Kombination mit GnRH-Analoga durchgeführt. Antiöstrogene blockieren die Östrogenrezeptoren auf Zellen, sodass Östrogene nicht mehr wirken können, GnRH-Analoga unterdrücken die Funktion der Eierstöcke. Nach den Wechseljahren kann eine endokrine Therapie mit Aromatasehemmern erfolgen, die die Bildung von Östrogen außerhalb der Eierstöcke hemmen.3

 

Therapie des metastasierten Mammakarzinoms

Ziel der Therapie des metastasierten Mammakarzinoms ist es, Symptome zu lindern, die Lebenserwartung zu erhöhen und die Lebensqualität zu erhalten.6 Systemisch wirkende, medikamentöse Therapien wie endokrine Therapien, Chemotherapien und zielgerichtete Therapien sollen die Progression der Erkrankung verzögern. Vorhandene Metastasen können operativ entfernt, mit einer Strahlentherapie behandelt werden. Zudem stehen palliative Maßnahmen zur Verfügung.

Eine endokrine Therapie mit Antiöstrogenen in Kombination mit GnRH-Analoga zur Ausschaltung der Ovarialfunktion wird häufig bei Frauen vor den Wechseljahren beim metastasierten Mammakarzinom durchgeführt, wenn die vorherige Therapie mit einem Antiöstrogen nicht vor weniger als einem Jahr beendet wurde. Bei Progression oder Kontraindikation von einem Antiöstrogen kann ein Aromatasehemmer oder ein anderes Antiöstrogen in Kombination mit GnRH-Analoga gegeben werden. Alternativ können auch Aromatasehemmer eingesetzt und die endokrine Therapie mit CDK4/6-Inhibitoren kombiniert werden. 3

Bei Frauen nach den Wechseljahren sind Aromatasehemmer häufig eingesetzte Wirkstoffe für eine endokrine Therapie. CDK4/6-Inhibitoren können als Erstlinientherapie in Kombination mit einem Aromatasehemmer - nach Versagen einer vorherigen endokrinen Therapie auch in Kombination mit einem Antiöstrogen - gegeben werden.3

Bei Patientinnen mit einem HER2-positiven Mammakarzinom wird meist eine Chemotherapie mit einem Taxan in Kombination mit zwei verschiedenen Antikörpern gegen HER2-Rezeptoren durchgeführt.3

Vor allem bei Patientinnen mit HER2-negativem Mammakarzinom kann ein Angiogenesehemmer in Kombination mit einer Chemotherapie eingesetzt werden, wenn starke Beschwerden auftreten, der Tumor aggressiv wächst und die Erkrankung rasch fortschreitet.3

Schreitet die Erkrankung schnell fort, ist der Tumor hormonresistent oder haben die Krebszellen eine Resistenz gegen die endokrine Therapie entwickelt, kann eine Chemotherapie zum Einsatz kommen.3

 

Mammakarzinom: Nachsorge

Die Nachsorge beim Mammakarzinom hat zum Ziel, rechtzeitig ein Rezidiv oder ein Karzinom in der anderen Brust zu erkennen. Dafür erfolgt meist in den ersten drei Jahren nach der Behandlung alle 3 Monate eine Kontrolluntersuchung. Im vierten und fünften Jahr kann der Abstand zwischen den Untersuchungen auf 6 Monate verlängert werden. Anschließend erfolgen in der Regel jährliche Kontrollen.3
Zusätzlich können einmal jährlich eine Mammographie und Sonographie der operierten Brust durchgeführt werden. Bei Verdacht auf ein Rezidiv und/oder Metastasen können weitere bildgebende Verfahren sowie Blutuntersuchungen zum Einsatz kommen. Da bei betroffenen Frauen auch das Risiko für ein Karzinom in der anderen Brust erhöht ist, wird häufig außerdem eine jährliche Mammographie und Sonographie der gesunden Brust durchgeführt.3

 

Mammakarzinom: Prognose und Verlauf

Wird ein Mammakarzinom rechtzeitig erkannt, ist die Prognose in den meisten Fällen gut. Dank differenzierter Früherkennungs- und Diagnosemethoden sowie moderner Therapien haben sich die Überlebenschancen bei Brustkrebs deutlich verbessert. Trotz eines Anstiegs der Neuerkrankungen sterben heute weniger Frauen an Brustkrebs als noch vor zehn Jahren.1

Weitere ausschlaggebende Faktoren sind Größe, Aggressivität und Ausbreitung des Mammakarzinoms. Eine dauerhafte Heilung ist nur bei vollständiger Zerstörung des Tumors möglich. Bei einem lokalen oder lokoregionalen Rezidiv haben die Patientinnen bei einem begrenzten Wachstum des Tumors ebenfalls gute Heilungschancen.

Hat ein Mammakarzinom Metastasen gebildet, kann eine Heilung nur in Ausnahmefällen erreicht werden. In der palliativen Therapie stehen heute jedoch verschiedene Maßnahmen zur Verfügung, um die Krankheitsprogression zu verlangsamen und die Lebensqualität der Patientinnen zu erhalten. So können auch Frauen mit metastasiertem Brustkrebs teilweise noch lange mit ihrer Erkrankung leben.6

In Deutschland leben fünf Jahre nach der Diagnose noch 87 % der Frauen und 77 % der Männer. 2016 sind 18.570 Frauen und 166 Männer an Brustkrebs verstorben.1

 

Janssen in der Therapie des Mammakarzinoms

Als forschendes Pharmaunternehmen engagiert Janssen sich seit über 30 Jahren in der Onkologie. Mit dem Ziel, Ärzten und Krebspatienten mithilfe von kontinuierlicher Forschung und medizinischem Fortschritt bestmögliche Therapieoptionen zu bieten. Vor allem im Bereich Brustkrebs besteht durch die Häufigkeit der Erkrankung ein hoher Bedarf an innovativen Therapieansätzen.

Ärzte finden auf dieser Website weitere Informationen zur Therapie des metastasierten Mammakarzinoms. Aufgrund des Heilmittelwerbegesetzes sind wir nicht berechtigt, Ihnen diese Fachkreise-Informationen öffentlich zur Verfügung zu stellen. Als Arzt erfahren Sie mehr nach Ihrer Anmeldung mit Ihrem Doccheck-Login in der Janssen Medical Cloud.

 

 

 

Quellen

  1. Krebs in Deutschland für 2015/2016. Robert Koch-Institut, Berlin 2019.
  2. Kommission Mamma der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie e.V. (AGO). Brustkrebs. Patientenratgeber zu den AGO-Empfehlungen 2019. Abrufbar unter ago-online.de/fileadmin/ago-online/downloads/AGO_Brustkrebs_2019.pdf. Letzter Zugriff am 28.06.2020.
  3. Leitlinienprogramm Onkologie: Interdisziplinäre S3 Leitlinie für die Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms, Version 4.3, 2020. AWMF Registernummer: 032-045OL. Abrufbar unter leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/mammakarzinom/. Letzter Zugriff am 28.06.2020.
  4. AMBOSS - Fachwissen für Mediziner: Mammakarzinom. Abrufbar unter: amboss.com/de/wissen/Mammakarzinom, letzter Zugriff: 28.06.2020.
  5. Leitlinienprogramm Onkologie: Patientinnenleitlinie Brustkrebs im frühen Stadium. Berlin, 2018. Abrufbar unter leitlinienprogramm-onkologie.de/patientenleitlinien/brustkrebs/. Letzter Zugriff am 28.06.2020.
  6. Leitlinienprogramm Onkologie: Patientinnenleitlinie Metastasierter Brustkrebs. Berlin, 2018. Abrufbar unter leitlinienprogramm-onkologie.de/patientenleitlinien/brustkrebs/. Letzter Zugriff am 28.06.2020.
  7. Leitlinienprogramm Onkologie: Früherkennung von Brustkrebs. Eine Entscheidungshilfe für Frauen. Berlin, 2010. Abrufbar unter leitlinienprogramm-onkologie.de/patientenleitlinien/brustkrebs/. Letzter Zugriff am 28.06.2020.
  8. Kääb-Sanyal V, Fügemann H. Mammografie-Screening-Programm: Hohe Prozessqualität. Dtsch Arztebl 2017;114(14):A-680/B-590/C-576.


Zuletzt geändert am: 12.02.2021

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