Onkologie Home

DAS NICHT-KLEINZELLIGE LUNGENKARZINOM (NSCLC)

 

WICHTIGE FAKTEN UND GRUNDLAGEN

Das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom (engl. Non-Small Cell Lung Cancer, kurz: NSCLC) ist die häufigste Form des Lungenkrebses (Lungenkarzinom; Bronchialkarzinom).1 Dabei kommt es zu einer bösartigen (malignen) Neubildung des Lungengewebes.

Vor allem das Zigarettenrauchen steht in Zusammenhang mit dem Lungenkarzinom, d.h. es ist der wichtigste Risikofaktor.2 Nichtraucher können ebenfalls die Krankheit entwickeln, wenn sie zum Beispiel in hohem Maß Passivrauch, Luftverschmutzung oder Chemikalien ausgesetzt sind.2 Die Exposition gegenüber diesen Faktoren kann Mutationen in gesunden Zellen verursachen, das abnormale Zellwachstum und schließlich das Tumorwachstum fördern.2

Die Krankheit äußert sich häufig in (Blut-)Husten oder Atemnot, daneben können auch Symptome wie ein starker Gewichtsverlust eine Folge des Lungenkarzinom sein.2 Bei der Diagnose kommen verschiedene bildgebende Verfahren sowie Labor- und Gewebeuntersuchungen zum Einsatz.2

Die Möglichkeit Patienten mit Lungenkarzinom zu heilen, besteht in der Regel nur, wenn der Tumor früh erkannt wird und sich chirurgisch oder durch eine so genannte ablative Strahlentherapie entfernen lässt.2 Häufig wird das Lungenkarzinom aber erst in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium diagnostiziert, wenn sich bereits Metastasen gebildet haben.3 Die Krankheit ist dann nicht mehr heilbar.2 Der Anteil der Patienten mit Lungenkarzinom, die noch fünf Jahre nach der Diagnose leben, beträgt bei Frauen 21 %, bei Männern 16 %.2

Lange Zeit beschränkte sich die Behandlung in diesem fortgeschrittenen Stadium auf eine Chemotherapie und/oder Strahlentherapie. Mittlerweile stehen den behandelnden Ärzten aber zunehmend Arzneimittel zur Verfügung, die zielgerichtet wirken und individuell auf die Eigenschaften der Tumorzellen zugeschnitten sind. Dadurch hat sich die Prognose für diese Patienten verbessert.4

 

Lungenkarzinom ist in Deutschland eine der häufigsten Krebserkrankungen.

Im deutschsprachigen Raum ist es bei Frauen das dritthäufigste, bei Männern das zweithäufigste Karzinom.2 Das Robert Koch-Institut meldete für das Jahr 2016 bei Frauen 21.500 Fälle, bei Männern 35.960 Neudiagnosen.5 Mit 85 % macht das NSCLC dabei den größten Anteil aus.6 15 % der Lungenkarzinomfälle entsprechen dem Typ des kleinzelligen Lungenkarzinoms (Small Cell Lung Cancer, kurz: SCLC),7 das sich histologisch, d.h. in seinen Gewebeeigenschaften, sowie therapeutisch vom NSCLC unterscheidet.8 Das Überleben von Patienten mit NSCLC wird vor allem von dem Krankheitsstadium, den molekulargenetischen Eigenschaften des Tumors, seinen Gewebeeigenschaften (Histologie), dem Allgemeinzustand des Patienten und dessen Begleiterkrankungen beeinflusst.2

Zum Zeitpunkt der Diagnose eines NSCLC sind die Patienten im Mittel zwischen 68 und 70 Jahre alt.2 Der Erkrankung zugrunde liegen Mutationen, d.h. Veränderungen des Erbgutes, die über einen Zeitraum von vielen Jahren stattfinden.2 Die Entstehung dieser Mutationen wird durch verschiedene Risikofaktoren begünstigt. Dabei unterscheidet man zwischen exogenen Risikofaktoren (in Form äußerer Einflüsse wie z.B. Rauchen) und endogenen, d.h. bestimmte Eigenschaften des Körpers.2 Eine Übersicht der wichtigsten exogenen und endogenen Risikofaktoren für das NSCLC liefert die folgende Tabelle:

RISIKOFAKTOREN FÜR DAS NSCLC2

Onkologie NSCLC Risikofaktoren Exogen

Onkologie NSCLC Risikofaktoren Endogen

 

 

In frühen Stadien verläuft die Erkrankung meist asymptomatisch.2 Beschwerden, die bei Menschen mit NSCLC krankheitsbedingt auftreten, können durch den Tumor in der Lunge selbst oder durch Metastasen (v.a. Gehirn, Knochen, Leber und Nebenniere) bedingt sein.2,9 Darüber hinaus zeigen viele der Patienten unspezifische bzw. allgemeine Symptome.2

SYMPTOME BEI NSCLC2

Onkologie NSCLC Symptome Tumore
Onkologie NSCLC Symptome Metastasen
Onkologie NSCLC Symptome Allgemein

 

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Referenzen

  1. Travis WD et al. Cancer 1995; 75:191–202
  2. Onkopedia-Leitlinie NSCLC, Stand: Oktober 2019
  3. Gildea TR et al. Clinicoecon Outcomes Res 2017; 9:261–269
  4. Minguet J et al. Int J Cancer 2016; 138:2549–2561
  5. Robert Koch-Institut: Krebs in Deutschland für 2015/2016, https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutsc... (letzter Zugriff: 26.01.2021)
  6. Molina JR et al. Mayo Clin Proc 2008; 83:584–594
  7. Sher T et al. Mayo Clin Proc 2008; 83:355–367
  8. Vescio RA et al. Cancer Res 1990; 50:6095–6099
  9. Riihimäki M et al. Lung Cancer 2014; 86:78–84
  10. Deutsche Krebsgesellschaft: Vorbeugung und Früherkennung von Lungenkrebs, https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen... (letzter Zugriff: 26.01.2021)
  11. AWMF S3-Leitlinie Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms, Langversion 1.0, Februar 2018
  12. Deutsche Krebsgesellschaft: Diagnose von Lungenkrebs, https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen... (letzter Zugriff: 26.01.2021)
  13. Kraywinkel K and Schönfeld I. Der Onkologe 2018; 24:946–951
  14. Amboss, Lungenkarzinom, https://www.amboss.com/de/wissen/Lungenkarzinom (letzter Zugriff: 04.02.21)
  15. Testa U et al. Cancers 2018; 10:doi: 10.3390/cancers10080248
  16. Chan BA and Hughes BGM. Transl Lung Cancer Res 2015; 4:36–54
  17. LungCancerGroup Cologne, https://lungcancergroup.de/molekularpathologie/treibermutationen/ (letzter Zugriff: 12.03.2021)
  18. Deutsche Krebsgesellschaft: Strahlentherapie, https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen... (letzter Zugriff: 26.01.2021)
  19. DKFZ Krebsinformationsdienst: Therapie nicht-kleinzelliger Bronchialkarzinome, https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/lungenkrebs/nicht-klei... (letzter Zugriff: 26.01.2021)
  20. AMBOSS, Zytostatika, https://www.amboss.com/de/wissen/Zytostatika (letzter Zugriff: 22.02.2021)
  21. Ai X et al. Oncotarget 2018; 9:37589–37607
  22. Ricciardi S et al. Clin Lung Cancer 2009; 10:28–35
  23. Pirker R. Current opinion in oncology 2015; 27:87–93
  24. Jain P et al. Ther Adv Respir Dis 2018; 12:doi: 10.1177/1753465817750075
  25. Katzel JA et al. J Hematol Oncol 2009; 2:2
  26. Deutsche Krebsgesellschaft, Behandlung nichtkleinzelliger Lungenkarzinome (NSCLC), https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen... (letzter Zugriff: 22.02.2021)


Zuletzt geändert am: 30.08.2021

Autoren- & Quellinformationen

Dieser Text entspricht den redaktionellen Standards der Janssen Medical Cloud. Hier erfahren Sie mehr über unsere redaktionellen Standards.

Dieser Text wurde von Dr. Mehregan Nematian, Mitarbeiterin bei Janssen Deutschland und Mitglied des Janssen Expertenbeirats, geprüft. Lernen Sie unseren Expertenbeirat kennen.